Einträge: Beiträge | Kommentare

Newsletter

Ein Vorgeschmack vom Tod

Kommentare deaktiviert für Ein Vorgeschmack vom Tod
Ein Vorgeschmack vom Tod

Osho-Meditation

OshoTimes 11/2017

Probiert einmal Folgendes aus: Den ganzen Tag über, so oft ihr dran denkt, atmet aus statt einzuatmen. Überlasst das Einatmen dem Körper; ihr aber atmet einfach nur tief aus – und in euch wird sich ein tiefer Frieden ausbreiten. Denn Tod heißt Frieden, Tod heißt Stille. Und wenn ihr es schafft, auf das Ausatmen zu achten, mehr als sonst, werdet ihr euch ichlos fühlen. Beim Einatmen werdet ihr egoistischer, beim Ausatmen werdet ihr eher ichlos.
Schenkt dem Ausatmen mehr Aufmerksamkeit. Denkt, sooft ihr könnt, den ganzen Tag über daran, tief auszuatmen und nicht einzuatmen. Überlasst das Einatmen dem Körper; ihr tut überhaupt nichts. Diese Betonung des Ausatmens wird euch bei diesem Experiment ausgesprochen helfen, denn ihr werdet bereit sein zu sterben. Diese Bereitschaft muss da sein, sonst bringt die Technik nicht viel. Und bereit sein könnt ihr nur dann, wenn ihr schon einmal einen gewissen Vorgeschmack vom Tod hattet. Ein tiefes Ausatmen wird euch diesen Vorgeschmack geben: Er ist schön.
Der Tod ist einfach schön; denn der Tod ist unvergleichlich – so still, so entspannend, so beschwichtigend, so beruhigend. Doch wir haben Angst vor dem Tod. Und warum haben wir Angst vor dem Tod? Wieso gibt es so viel Angst vor dem Tod? Dass wir den Tod fürchten, liegt nicht am Tod – den wir ja gar nicht kennen. Wie also kann man etwas fürchten, dem man noch nie begegnet ist? Wie kann man etwas fürchten, das man gar nicht kennt?
Man muss es zumindest kennen, um es zu fürchten. Also ist es gar nicht der Tod, den ihr fürchtet, sondern etwas anderes. Ihr habt nie richtig gelebt – das erzeugt die Angst vor dem Tod.
Ihr bekommt deswegen Angst, weil ihr nicht lebt; daher die ängstliche Frage: "Was ist, wenn jetzt der Tod kommt? Ich hab doch noch gar nicht gelebt! Soll ich unerfüllt sterben, ohne gelebt zu haben?" Nur diejenigen, die nicht wirklich lebendig sind, beschleicht die Todesangst. Wer vor Leben sprüht, heißt den Tod willkommen. Dann braucht er keine Angst zu haben: Er hat erfahren, was es heißt zu leben; jetzt will er wissen, was es heißt zu sterben. Aber wir fürchten sogar das Leben so sehr, dass wir es gemieden haben, das wir uns gar nicht erst tief auf es eingelassen haben. Das verursacht die Todesangst.
Wer sich auf diese Technik einlassen will, muss sich dieser tiefen Angst bewusst sein. Und er muss sich von dieser tiefen Angst befreien, läutern, um sich auf diese Technik einlassen zu können.
Dies wird helfen: Verlege den Nachdruck aufs Ausatmen. Und tatsächlich, wenn es dir gelingt, deine gesamte Aufmerksamkeit aufs Ausatmen zu legen und das Einatmen zu vergessen…
Habt keine Angst, dass ihr sterben werdet; ihr werdet nicht sterben – der Körper wird das Einatmen ganz von selber besorgen, er besitzt seine eigene Weisheit. Ihr braucht euch nicht einzumischen. Dann wird sich in eurem Bewusstsein eine tiefe Entspannung ausbreiten. Den ganzen Tag lang werdet ihr entspannt sein und in euch wird es still werden.

Foto: © Dawid Zawila | unsplash

Keine Kommentare mehr möglich.