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Wow, das ist Leben!

"Osho war der erste Spiegel, den ich gesehen habe, dem ich wirklich geglaubt habe. Der ist wirklich ganz und vollkommen authentisch", sagt Ramateertha, der Leiter des Kölner Osho UTA Zentrums in Köln. Im folgenden Interview beschreibt er seine Liebesgeschichte mit Osho, die ihm immer wieder spiegelt, was Leben bedeuten kann.

Interview: Ishu

Ishu: Was hat sich durch Osho in deinem Leben ­verändert?
Ramateertha: Eigentlich müsste ich jetzt sofort sagen: Alles hat sich verändert! Doch da ist ein Zögern, weil meine Suche, die das Leben bedeutet, schon vorher begann. Insofern hat sich da gar nichts verändert. Vielmehr bin ich auf diesem Weg Osho begegnet und so wie jede Liebe einen Menschen verändert, so hat mich auch die zu Osho verändert und geprägt. Osho war ein Katalysator: Wenn man bereit war hinzugucken, dann hatte der Spiegel, den Osho einem vorhielt, eine solche Kraft und Klarheit, dass Veränderung ganz natürlich geschah.

Du warst also bereits auf der Suche, als du Osho trafst. Hattest du nach der Begegnung mit ihm das Gefühl, die Suche ist beendet? Durch ihn habe ich gefunden, was ich gesucht habe?
(lacht) Nein, das war nicht durch ihn. Osho war der erste Spiegel, den ich gesehen habe, dem ich wirklich geglaubt habe. So eine Stimmigkeit hatte ich vorher nie gespürt, obwohl ich schon einige bemerkenswerte Leute getroffen hatte. Bei ihnen hatte ich aber nicht den Eindruck des Angekommen-Seins, sie waren eher Lehrer für mich. Als ich Osho begegnete, erlebte ich etwas anderes: Der ist wirklich ganz und vollkommen authentisch. Er strahlte eine Ganzheit aus, die ich unmittelbar erfahren und begreifen konnte. Schließlich war das auch die Motivation für mein Medizinstudium gewesen. Und es war für mich ein Schock, im Studium zu sehen, dass es in der Medizin nicht ums Heilwerden geht, sondern um Reparatur und darum, Menschen wieder funktionsfähig zu machen. Umso mehr beeindruckte es mich, dann einem Menschen zu begegnen, der diese Ganzheit verkörpert. Auf eine bestimmte Weise warf mich das auf mich selber zurück. Osho war für mich also nicht der Prophet, durch den ich etwas erreichen würde.

Gab es da nicht die Vorstellung, Osho wird mich erlösen?
Nein, überhaupt nicht. Obwohl die Situation im Ashram zu solchen Projektionen einlud. Bei meinem ersten Aufenthalt im Februar diese traumhaft schönen Morgenstimmungen zu erleben, wo der erwachende Tag diesen unglaublichen Duft verbreitet, und dort vor diesem Mann mit dem weißen Gewand und Rauschebart zu sitzen – das war doch das perfekte Bild vom Paradies! Aber ich konnte das als Projektion erkennen. Vielleicht auch, weil mir dieser Ashram zunächst überhaupt nicht gefiel. Ich war eher abgestoßen von den vielen Leuten, die ständig gut drauf waren.

Weil du ihnen das nicht abgenommen hast?
Das kann ich gar nicht sagen. Ich weiß nur, dass ich am liebsten sofort wieder gegangen wäre. Und vielleicht hätte ich das auch gemacht, wenn mir nicht eine Freundin ihren Platz in der ersten Reihe bei Oshos Diskurs gegeben hätte. Da saß ich dann und fühlte mich wie im Himmel. Und ich wusste: Hier ist eine absolute Stimmigkeit! Diese Erfahrung brachte mir dann die Erkenntnis: So wie ich diesen Mann gut finde, können ihn auch die anderen gut finden! Gleichzeitig wusste ich, dass Sannyas nur etwas mit mir und Osho zu tun hat, und nicht mit irgendeiner Organisation, der ich beitrete. Das wollte ich auf keinen Fall und das hat mich in all den Jahren, in denen ich Sannyasin bin, auch nie interessiert.

Du triffst also jemand, der angekommen ist. War da nicht der Wunsch: Jetzt will ich von ihm lernen, wie er das ­geschafft hat?
Nein, es reichte einfach, jemanden zu sehen, der angekommen ist. Diese Erfahrung ist in sich selbst unglaublich wertvoll. Für mich begann damals so etwas wie eine Liebesaffäre – eine ganz intensive Begegnung, die auch mit Konfrontationen verbunden ist. Die bleiben natürlich nicht aus, wenn du vor jemand sitzt, der dir die Wahrheit um die Ohren haut! Ich wurde mir unmittelbar der tiefen Verletzungen bewusst, die ich in mir trug. Der Beschränktheit meines bisherigen Lebens. Es war beschränkt durch frühe Erfahrungen und Verletzungen, die dazu führten, dass ich mich absicherte und kontrollierte. Dass ich mich nicht traute, wirklich zu leben. Wenn jemand mit solch einer Wahrhaftigkeit vor dir sitzt, dann spiegelt er dir deine Unwahrheiten oder die eigenen traurigen Wahrheiten unmittelbar wieder. Aber er spiegelt dir auch die Möglichkeiten, was Leben bedeuten kann.
Ein Beispiel: Kürzlich war ich auf einem Kreuzfahrschiff. Da bist du wie in einem Uterus. Du wirst vollständig versorgt und lebst in einer pseudo-heilen Welt. Und wenn du dann von Bord gehst, ist es, als würdest du aus dem Uterus ausgespuckt. Da fragte ich mich: Wie würde ich die Welt sehen, wenn ich in solch einer künstlichen Umgebung groß geworden wäre?
Aber natürlich war die Welt, in der ich groß geworden bin, auf andere Art genauso beschränkt. Durch die Begegnung mit Osho konnte ich das auf einmal sehen: Die Welt ist ja ganz anders, als ich sie bisher erfahren und erlebt hatte. Für einen Moment nahm Osho mir die Brille meiner Projektionen von der Nase und ich konnte sehen: Wow, das ist Leben! Und dann fängst du an, ganz neu zu hinterfragen, zu schauen und zu fließen.

…

mail | ramateertha@netcologne.de

Der vollständige Text kann in der Printausgabe gelesen werden.



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