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Lauschen ist kein Tun

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Lauschen ist kein Tun

Osho-Meditation

Osho Times 11/2018

Werdet meditativer. Wann immer ihr könnt, egal wo, egal wann, lasst um euch her einfach alles geschehen. Schaut genau, aufmerksam zu, aber bleibt passiv – denn Handeln heißt Denken. Wenn ihr still dasitzt, alles geschehen lasst, werdet ihr schweigsam.

Dann wird euch aufgehen, dass Schweigen keine Eigenschaft des Geistes ist. Der Geist lässt sich nicht zum Schweigen bringen. Schweigen ist die Eigenschaft der Seele in euch, eures inneren Wesens. Es ist stets da, aber das ständige Geplapper des Verstandes, der ständig plappernde Verstand übertönt es. Das wird euch erst bewusst, wenn ihr passiv werdet, nicht mehr denkt. Dann seid ihr unbeschäftigt. In so einem unbeschäftigten Moment tritt Meditation ein.

Die Situation spielt keine Rolle … ihr sitzt auf einem Marktplatz … glaubt nicht, dass die Vögel singen müssen – durchaus nicht! Das Summen eines Marktes ist genauso schön wie das Summen der Vögel: Die Leute machen ihre Arbeit, reden, schwätzen, alles lärmt, nur man selbst sitzt untätig da.
Merkt euch dieses Wort "untätig", und noch ein Wort: "hellwach". Hellwache Untätigkeit ist der Schlüssel. Bleibt untätig – tut gar nichts, lauscht nur. Und Lauschen ist kein Tun. Um zu lauschen, egal wem oder was, braucht ihr nichts zu tun; eure Ohren sind immer offen. Um zu sehen, müsst ihr die Augen öffnen, so viel muss man immerhin tun. Um zu lauschen, braucht man nicht einmal so viel zu tun – die Ohren sind ständig offen, ihr hört immerzu. Tut einfach nur gar nichts und lauscht.

Und kommentiert nicht, denn sonst fangt ihr an zu denken. Ein Kind weint: Fragt euch nicht innerlich, warum es weint. Ein Zweikampf findet statt: Fragt euch nicht innerlich, warum die beiden kämpfen: "Sollte ich hingehen und dafür sorgen, dass sie nicht kämpfen?" Nein, bleibt stumm, hört einfach nur zu, was geschieht.

Bleibt einfach bei dem, was geschieht – und plötzlich tritt Schweigen ein.

Foto: © David Clode | Unsplash

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