"Nur Schwäche will stark sein, nur Minderwertigkeitsgefühle wollen überlegen sein, nur Dummheit will gelehrt sein – auf dass sie sich im Wissen verstecken kann, auf dass du deine Schwäche in deiner so- genannten Macht verstecken kannst."
OSHO
Thema der aktuellen Ausgabe:
Ressourcen –
Was macht uns stark, wenn der Wind von vorne bläst?
Editorial von Anandi
diesmal geht es um Ressourcen – um das, was uns hilft, das Leben zu meistern. Ressourcen sind Kraftquellen, die uns helfen zu erkennen, dass alles gut ist, so wie es ist. Gewissheit beschwingt unser Herz; wir sehen: Die wichtigen Schritte sind zur richtigen Zeit möglich.
Jeder hat seine eigenen Vorstellungen, was eine Ressource für ihn sein könnte. Man fragt sich: „Wo nehme ich genügend Energie her für ein gesundes und erfülltes Leben?“
Dem einen sind es Geld, materieller Besitz, Luxus oder körperliche Fähigkeiten, die ihm Selbstvertrauen und Wohlgefühl verleihen und die er meint ,horten zu müssen; für jemand anders sind Beziehungen, Talente, Fertigkeiten oder Bildung das wichtigste Kapital, um seine Stellung in der Gesellschaft aufzuwerten. Und dann gibt es diejenigen, die sich nicht von Äußerlichkeiten abhängig machen möchten und auf Seelenstärke und innere Werte bauen.
Das Sache ist nur: „Wie geh ich mit meinen Ressourcen um? Wann endlich kommt das Gefühl, genug zu haben, um meine Wünsche und Bedürfnisse zu befriedigen? Und wie kann ich mich selbst stärken, ohne dass es auf Kosten anderer geschieht?“
Auf kurzfristigen Gewinn fixiert, voller Gier und Paranoia, beutet der Mensch die natürlichen Ressourcen der Erde aus. Ohne Rücksicht auf die Folgewirkungen plündert er Bodenschätze und Rohstoffe und lässt seinen Müll überall herumliegen. Er verkommt zum Nestbeschmutzer und zerstört obendrein Ökosysteme und Umwelt.
Wie im Großen, so im Kleinen – auch mit unseren eigenen Ressourcen betreiben wir Raubbau. Aus Angst, den gesellschaftlichen Erwartungen nicht zu genügen und vor uns selbst schlecht dazustehen, geben wir den Supermann, verheizen dabei unsere Kräfte und überziehen laufend unsere „Konten“ – gesundheitlich, finanziell und seelisch. Der Kontakt zu sich selbst und dem, was einem gut tut, bröckelt. Ausgebrannt, frustriert und auf Sparflamme fällt es einem schwer, sich morgens aus dem Bett zu schälen. Kein Wohlgefühl, keine Begeisterung – „Freude ade!“
Wo ist das Licht? Seit ich Sannyasin bin, fühle ich mich von Oshos Präsenz mit Wohlwollen, Achtung und Liebe betrachtet: Sie erinnert mich, dass ich so sein kann, wie ich bin.
Und falls ich es noch nicht weiß: Es kann wirklich Spaß machen, das herauszufinden. Wie aufregend, auf eigenen Füßen zu stehen und nicht zu wissen, was der nächste Moment bringen wird. Es beglückt mich mit Freiheit, und plötzlich fließt alles von selber.
Das Tolle ist: Meine Qualitäten, die sich vorher wie kleine graue Dinger in der Ecke herumgedrückt haben, beginnen zu funkeln. Sie strömen aus mir heraus, und so haben alle anderen auch etwas davon. Eine wirklich lebenfüllende Aufgabe – und einzig und allein meine Verantwortung.
Osho Präsenz spornt mich an; mein Bewusstsein wächst und ebenso das Vertrauen, dass jedem Moment die erforderlichen Ressourcen zufließen: „Mir wird schon was einfallen.“ Ich wache auf, verlasse den trüben Dämmerschlaf und trau mich wieder vor die Tür. Das Leben ruft.
Osho hierzu: „Entspann dich – das ist mein ganzes Lehren. Entspanne dich in dein Sein, wer immer du bist. Zwinge dir keine Ideale auf. … Sei – hör auf zu werden. Hier geht die Reise nirgendwo hin, hier sind wir einfach nur hier. Und dieser Augenblick ist so schön, ein solcher Segen!“
