Oshotimes Platzhalter

"Jedes Mal, wenn man etwas von der Wahrheit erkennt, findet im Herzen ein Tanz statt. Das Herz ist der einzige Zeuge der Wahrheit. Und es kann nicht durch Worte bezeugen. Es kann auf seine eigene Art bezeugen. Durch Liebe, durch Tanz, durch Musik – nicht-verbal. Es spricht, aber es spricht nicht mit Sprache und Logik." OSHO

Thema der aktuellen Ausgabe:

WELT DER GEFÜHLE
Auch dies geht vorüber!

Editorial von Anandi



Lieben oder hassen, trauern oder toben – wie mächtig sind doch unsere Gefühle! Farbig schillernd, voller Licht und Schatten. Sie verleihen den Triebkräften poetische Romantik, und verklären somit das meistersehnte Ereignis zwischen Verliebten: Das menschliche Fortbestehen ist gesichert! Sie bringen gestandene Männer dazu, bitterlich zu weinen, wenn der Ball ins falsche Tor rollt und verwandeln Engelsgesichter in scharlachrote Wutköpfe.

Lässt man ihre Launen walten, entfesseln sie Krieg und Zerstörung. Willst du sie abschütteln, bleiben sie erst recht an dir kleben. Vor allem die ungeliebten Kellerkinder – Eifersucht, Missgunst, Argwohn und Hass – geben nicht eher Ruhe, als bis man sie endlich mal gelten lässt und aufhört ständig an ihnen ­

he­­r­um­zumachen. Doch wer seine Gefühlswelt in Schach hält und von oben herab verurteilt, der sei besser auf der Hut: Entweder trocknet dann das Leben aus oder die angestauten Energien brechen irgendwann mit solcher Wucht hervor, dass die schönste Ordnung zerbricht!

Da gibt es Gefühle, die nähern sich unserem Herzen auf leisen Sohlen – wie ein geübter Herzensbrecher, der ein sprödes Fräulein mit hübschen Worten ins Traumland entführt. Andere stürzen mit Pauken und Trompeten vom Himmel und stecken jede einzelne Zelle in Brand. Alle Kontrolle dahin, Verstand und Logik unauffindbar, das Leben lodert! Voll identifiziert mit meinen Gefühlen kann ich nur noch reagieren. Die kleinste Unebenheit wirft mich um: Läuft alles so, wie ich will, gut!

Doch schon ein kränkendes Wort, eine kleine Nichtbeachtung, eine falsche Bewegung – und der Teufel ist los: Die Pferde gehen durch und meine Kutsche bricht auseinander. Das Mittagsschläfchen ist vorbei, die Seelenruhe hat ein Ende – das Drama nimmt seinen Lauf.

Manchmal muss das Leben halt wilde Stürme einsetzen, um die harten Schutzpanzer, die mich von ihm trennen, zu durchbrechen und mich wieder meinem wirklichen Selbst zuzuführen. Reinigende Tränenfluten bringen unterdessen mein verstopftes Herz in Fluss und egoistische Widerstände zum Schmelzen. Läuft es gut, hauche ich dann irgendwann erleichtert: "Dein Wille geschehe!" Wenn nicht, kommt diese Einsicht eben ein paar erschöpfende Erfahrungen später! Das Leben gewinnt immer. An ihm führt kein Weg vorbei!

Osho sieht das alles sehr nüchtern: "Eure Gedanken, eure Gefühle und Emotionen, eure Befindlichkeiten sind alle in eurem Kopf zentriert. Zu meinen, eure Gefühle kämen aus dem Herzen, ist ein Trugschluss. Euer Herz ist nur eine Pumpstation für das Blut.

Das Herz ist nicht deine Seele … du musst einen Punkt, eine Mitte erreichen, von der aus du erkennst, dass alle Gedanken und Gefühle getrennt von dir sind, wo du nur noch ein Spiegel bist. … Je tiefer du in Meditation gehst, desto weiter lässt du den Körper, die Emotionen, die Gedanken zurück … nur das Zeugesein bleibt. Das ist deine authentische Natur.

Viel Spaß beim Lesen