Klartext
Alles wird gut – oder vielleicht doch nicht?
Wie eine ungewöhnliche Planetenkonstellation für Aufregung sorgt
von Satyananda
Vor ein paar Wochen gaben Nritya und Dhiren eine Vollmond-Party auf der Baustelle ihres neuen Hauses, ein wildes Prachtgrundstück mit weitem Blick in eine unberührte Natur. Es war ein wunderbarer Abend, ein bisschen kühl, aber keine Wolke am Himmel. Wir parkten unsere Autos zwischen Brennnesseln, brachten Stühle, Pappteller und Nudelsalat mit. Alle Gäste kamen mit Töpfen und Schalen an und trugen zur kulinarischen Ausstattung der Party bei. Die Gastgeber hatten eine anständige Erdbeerbowle angesetzt und wir sammelten überall Bauholz ein, mit dem wir ein romantisches Feuer in Gang hielten.
Als die Sonne unterging, hielt Ute, die Astrologin unter uns, eine kleine Rede, um uns etwas ganz Besonderes mitzuteilen. Sie sagte, es gäbe eine höchst ungewöhnliche Planetenkonstellation, die sich seit Herbst 2008 abzeichnet und in diesen Tagen in ihre dritte Phase eintritt: Alle Planeten, die für Transformation stehen, ordneten sich gerade so an, dass sie ein Kreuz bilden – Pluto, Uranus, Saturn, Jupiter. Die Power dieser Konstellation sei geradezu einmalig. Schon im Herbst dieses Jahres werde nichts mehr so sein, wie es heute ist. Dies sei die Zeit für Wagnis, für neue Ideen, neue Konzepte, neue Visionen. Auf der gesellschaftlichen Ebene, sagte Ute, käme es zu großen Umwälzungen. So würde zum Beispiel das Dogma von einem unbegrenzten Wachstum verschwinden. Damit wäre der Weg frei für einen nachhaltigen und schonenden Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten. Und natürlich seien wir alle in diesen Transformationsprozess einbezogen und könnten seine Energie für uns nutzen, indem wir ihn als positive Herausforderung annehmen.
Wir hörten das gerne, denn wir sind alle Meditierer/innen. Die Vorstellung, dass die Zeit des Aufbruchs und der Wandlung begonnen hatte, passte zur Atmosphäre dieser Vollmond-Party an diesem Ort, wo sich eine heruntergekommene Bauruine in ein paar Monaten in ein modernes Haus verwandelt hatte. Mit Solarzellen auf dem Dach, biologischer Abwasseraufbereitung und Erdwärmeheizung wirkte es wie eine Metapher für den Paradigmenwechsel, den Ute voraussagte und der das neue Zeitalter der Liebe, der Solidarität und des intelligenten und schonenden Umgangs mit der Natur einläuten soll.
Damit Neues geschehen kann, muss Altes verschwinden, und so ließ Ute einen hübsch verzierten Zettelkasten und einen Kugelschreiber herumgehen und bat uns, all das auf einen Zettel zu schreiben, was wir loslassen wollen. Das taten wir gern, und danach warfen wir die Zettel in unser Sonnenwendefeuer.
Der vollständige Text kann in der Printausgabe gelesen werden.
