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Präsenz und Stille
Zen-kalligraphische Malerei von Alok
von Anandi
Alok Hsu Kwan Han war Oshos erster chinesischer Sannyasin und lebt heute
in Amerika. Während seiner Studienzeiten im amerikanischen Berkeley sah
er plötzlich Bilder über den Köpfen von Menschen. Diese Seelenbilder
brachte er mit Tusche auf Reispapier. „Ich spürte mich in die Leute hinein,
versuchte sie zu „lesen“ und ließ die Energie durch mein Herz strömen.
Von dort aus floss sie in meine Arme hinunter und durch den Pinsel auf
das Papier. Etwas Wunderschönes.“
Alok begann 1974 zu malen und seine Arbeit entwickelte sich zu
einer Synthese aus der Spontaneität des Zen, chinesischer Kalligraphie
und westlicher Psychotherapie. Er selbst bezeichnet sie als „Kreativität
des Nicht-Tuns“.
„Was ich mag, ist, wenn sich das Selbst nicht einmischt. Wenn man
in der Leere zur Ruhe kommt, sich zur Verfügung stellt, spielerisch und
nichtwissend – dann kann sich etwas offenbaren, das größer ist als wir
selbst. Und wir sind Teil davon.“
1975 wurde Alok Sannyasin von Osho. Osho bestärkte ihn in seiner
Arbeit. Alok sagt: „Osho ist mein Kunstlehrer, denn nur er lehrte mich
die Wirklichkeit von Präsenz und Leere! In der Präsenz ruhen und sich
aus der Leere heraus bewegen ist die Satori-Kunst von Leben und Tod,
anders gesagt, die Schöpferkraft des Nicht-Tuns.“
Alok malt seine kalligraphischen Seelenportraits auf Xuan Papier.
Die Pinsel bestehen aus einem Bambus- oder Holzschaft und einer
Spitze aus Tierhaar. Alok führt immer mehr als zehn Pinsel mit sich,
welche alle poetische Namen tragen.
„Sie sind Quelle meiner kreativen Inspiration und übertragen unterschiedliche
Gefühle“, sagt Alok über seine Pinsel, „z.B. hat Tiger Kralle einen dicken
und kräftigen Schaft, durchdrungen von männlicher Schönheit. Die außerordentliche
Qualität des Fuß des Kranichs vermittelt das Gefühl einer lyrischen und
sensiblen Frau; Die besondere Feder ist wie ein Vogel, der durch die
Luft schwebt, und repräsentiert Freiheit.“
Die Stempel werden nicht als Signatur verwendet, sondern um Stimmungen
auszudrücken. Alok trägt mehr als dreißig Stempel in seinem Gepäck, ohne
je einen auf seinen Reisen zurückzulassen. In ihnen sind weise Worte
eingraviert, die ihm sehr wertvoll sind.
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