Oshotimes Platzhalter

Fotos durch anklicken vergrößern!


Zurück zur Liste der Künstler

Unendlich viele Realitäten

Fotos von Athah

Angefangen mit der Fotografie hat Athah schon im zarten Alter von acht Jahren. Sein Vater war ein begeisterter Fan der Fotografie und gründete eine Firma. So wurde Athah schon als Kind mit den verschiedenen Techniken wie Repro, Grafik und Siebdruck vertraut gemacht und ahmte sie nach. Nach seinem Schulabschluss begann er eine Lehre als Fotograf im elterlichen Betrieb und übte und langweilte sich mit Passbildern, Bewerbungsfotos und Portraits. Interessanter wurde es, als die Firma Aufträge für den Motorsport bekam und Fotos von Fahrern und Rennsituationen aufgenommen werden sollten. So wurde das Einfangen und Wiedergeben von Stimmungen zu Athahs Leidenschaft. In den Achtzigern lebte Athah als Sannyasin in Köln und begann Landschaften zu fotografieren. Die Atmosphäre hatte es ihm angetan. Vor allem waren es große Landschaften, die ihn durch ihre pure Erhabenheit beeindruckten, wie z.B. der Grand Canyon, endlose Meeresstrände, die majestätischen Berge der Alpen und weite Wüstengegenden. Selten ist jemand auf den Fotos zu sehen. Die „Solitude“ einer solch grenzenlosen Natur nimmt ihn ganz ein und bringt ihn in Verbindung mit dem Gefühl des Alleinseins. Selbst wenn noch andere Menschen um ihn herum sind. Er schaut durch den Sucher seiner Kamera und „sieht“ die ausstrahlende Stimmung. „Ich liebe es, Fotos zu machen, die eine gewisse Ruhe ausströmen und es auch dem Betrachter ermöglichen, sich in diese Ruhe fallen zu lassen.“ Allerdings hat diese Medaille auch zwei Seiten. Als die digitale Fotografie endlich so weit vorangeschritten war, dass sie auf ein qualitativ höheres Niveau gelangte, setzte sich Athah verstärkt mit der Bildbearbeitung auseinander. „Die Fotos allein schienen mir nicht mehr das eigentliche Potenzial widerzuspiegeln, das in den aufgenommenen Momenten steckte.“ So begann er die Fotografien farblich zu bearbeiten. Dabei geht es ihm nicht um eine Verfremdung des Bildes, sondern eher um eine Erweiterung: „Verfremdung bedeutet für mich, dass das Sichtbare nicht mehr dem entspricht, was es einmal war. Ich sehe meine Arbeit darin, aus dem Vorhandenen mehr an Stimmungen und vor allem Emotionen herauszuholen, tiefer zu gehen als das, was das menschliche Auge auf den ersten Blick wahrnimmt. „Ich bin kein Maler, der mit Pinsel, Farbe und Fantasie wiedergibt, was er vor seinem inneren Auge sieht. Die Farbbearbeitung meiner Aufnahmen bietet mir die Möglichkeit eine Dimension in die Fotografie hineinzunehmen, die im konventionellen Sinne nur sehr schwer aufzeigbar ist.“ Athah gab den Ausstellungen seiner so bearbeiteten Fotos das Label „Twisted Reality“, denn er geht davon aus, dass es unendlich viele Realitäten gibt. „Jeder Mensch hat seine eigene Realität, in der er lebt, die er sieht und erfährt. Das soll heißen, dass die oberflächliche, auf den ersten Blick erkennbare Realität von mir zum Teil so gedreht und gewendet wird, bis sie dem entspricht, was ich sehe und wiedergeben möchte.“ Es gibt aber auch Fotos, die er „fast“ in Schwarz/Weiß gehalten hat, wie z. B. das Bild „Silence“, das ihm so am stärksten den Aspekt der Ruhe und der Meditation auszudrücken vermag. In den letzten Jahren hatte Athah einige Ausstellungen in Köln, Bielefeld, Halle, Nastätten, Melle sowie als Mitglied einer Sammelausstellung des Kulturvereins Borgholzhausen. Er möchte seine Arbeiten gern einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen, da er nach Möglichkeiten sucht, sich noch mehr mit dem Prozess auseinander zu setzen, den die Aufnahme samt der anschließenden Bearbeitung in seinem Inneren in Gang setzt. „Es ist Zeit für ein ,Coming out‘ mit meiner Kreativität und meiner Kunst. Durch das Feedback, dass ich von den Betrachtern erhalte, kann ich noch mehr von mir entdecken, tiefere Einblicke in meine innersten, verborgenen Welten erhalten.“
Tel. 05425-955888
athah&etienne.info

nach oben