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Fenster in eine größere Wirklichkeit

Bilder von Alok Atibha

Kunst zieht sich durch mein Leben wie ein roter Faden. Ihre Formensprache hat sich aber immer wieder sehr gewandelt – parallel zu meinen Erfahrungen in verschiedenen spirituellen Gruppierungen.
Früher faszinierte mich besonders die Farbe Weiß. Sie ist eine Zen-Farbe, in der „Alles“, das ganze Farbspektrum, und damit das ganze Sein enthalten ist. So entstanden über mehrere Jahre hinweg viele Objekt-Bilder, bei denen die Farbe Weiß eine wichtige Rolle spielte – in Kombination mit Materialien wie zum Beispiel Drahtgitter, Papiermaché, Spagat, Gipsbinden, Kupferfolie auf Leinwand.
Ich konnte erfahren: Je bewusster und klarer der Raum in meinem Innern wird, desto eher kann ich diesen nach außen in meine Kunst transportieren. Ein wichtiger Abschnitt war deshalb für mich die Körpertherapie nach Wilhelm Reich. Sie bereitete mir das Geschenk eines von Panzerungen freieren Körpers.
Schon während meines Kunst-Studiums in Wien kristallisierte sich mein Wunsch heraus, „heilende Kunst für die Seele“ zu kreieren, die die Betrachter an ihr wahres Wesen jenseits von Prägungen und Identifikationen erinnert.
Meine Kunst wird geleitet von meiner Liebe zur sinnlichen Magie der Farben und Symbole. Sie spiegelt aber auch meine Liebe für den Osten wider. In der Spiritualität Indiens, mit ihrer Jahrtausende alten Tradition von Sinnsuche und Meditation, jenseits aller Orthodoxie, hat mein Herz seine Heimat bei Osho gefunden.
Meine langen Indienaufenthalte haben mich zu einer intensiven Farbigkeit verführt. Im Resort in Pune konnte ich während sieben längerer Aufenthalte sehr kostbare Erfahrungen für mich sammeln. Wie ein innerer Schatz bereichern sie mein Leben ebenso wie meine Kunst.
Ich arbeite immer an mehreren Werken gleichzeitig – so entstehen ganze Bildserien. Viele, teils lasierende Acrylschichten erzeugen eine vielschichtige Räumlichkeit. Für mich sind meine Bilder wie Fenster in eine andere, größere Wirklichkeit. Die Titel der Serien sind Hinweise auf die Thematik ihrer Botschaften.
Meine Serie „Healing Room“ z.B. ist als visueller Garten für die Seele gedacht, ähnlich wie den Nomaden ihre mitgeführten Teppiche, auf denen sie in der Wüste lagern, als eine Art Ersatzgärten gelten. „Be a Light Unto Yourself“ und „Inner Flowering“ sind Einladungen, das eigene innere Potenzial zu leben. Dem „Inner Flowering“-Zyklus als Metapher des Blühens dienen florale Elemente. Die Werke aus der Serie „Silence“ sind Meditationsbilder; bei „Celebrate Joy“ denke ich an Oshos Einladung, das Leben als Fest zu feiern.
Wilhelm Reichs politische Vision einer gesunden Gesellschaft mit lebendigen Individuen entspricht sehr Oshos Vision vom „neuen Menschen“. Reich war ein genialer Visionär, Osho ist ein zeitloser Meister. Ich hoffe sehr, dass sich im zunehmenden Wassermannzeitalter die Visionen beider verwirklichen werden und alle lebensfeindlichen, angst- und leidensorientierten Kräfte transformiert werden!

www.sula.at

Technik: Acryl auf Leinwand bzw. Papier

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