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Duft der Erde


Tonarbeiten und Gedichte von Bernadette Baumgartner

Bernadette Baumgartner, 1954 in Cham, Schweiz geboren, begann 1981 als Autodidaktin mit Ton zu arbeiten. 1983 eröffnete sie ihre erste Werkstatt und arbeitet heute in der eigenen Töpferei „Artha“ in Geuensee, Schweiz. „Ich arbeite einfach und freue mich, wenn meine Werke gekauft werden, denn schließlich lebe ich davon. Aber bewusst eine Botschaft vermitteln? Ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht, ob ich etwas rüberbringen möchte. Nein, das ist nicht mein Anliegen! Ich weiß, dass meine Arbeiten eine Ausstrahlung haben, weil ich das von den Menschen höre. Aber ich tue dies nicht bewusst. Ich kann das nicht steuern. Natürlich denke ich viel nach über Leben und Sterben, über die Wahrheit und die Illusion. Und ich meditiere. Vermutlich fließt all das in meine Werke ein. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht das Gefäß-Objekt, weil es sich wunderbar anbietet für die symbolische Darstellung des Menschseins. Der innere Raum symbolisiert die Seele, welche einen Halt braucht, um in der materiellen Welt existieren zu können. Der Körper, dessen Symbol das Gefäß ist, stellt diesen Raum zur Verfügung. Das Gefäß ist etwas sehr Kostbares, denn nur ein Gefäß, ein leeres Gefäß kann das zum Leben notwendige Wasser fassen. Im materiellen wie im spirituellen Sinn. Ich brenne oft in Kapseln, Tonnen oder im offenen Feuer und spiele mit dem Zufall. Dadurch bleibt meine Arbeit mit dem Ton lebendig und beschenkt mich mit unerwarteten, spannenden Ergebnissen. Glasuren verwende ich keine. Ich bevorzuge die seidenglatte Fläche polierter Keramik, oft beschriftet mit eigenen Texten und Gedichten. Es ist mir wichtig, dass meine Gefäße leicht sind, dass sie gut in den Händen liegen und dass es eine Freude ist sie anzufassen.“

Gedichte:

Fülle
Der Mensch sucht
die Fülle in der Fülle
und hat noch nicht erkannt,
dass die Fülle
in der Leere liegt

Leer oder voll
Bin ich leer entsteht das Gefäß
aus dem Nichts und ist voll.
Bin ich voll entsteht das Gefäß
aus dem Kopf und ist leer.

Verlorenes Wort
Jetzt hab ich doch
tatsächlich das Wort verloren.
In die Erde gefallen ist es mir.
In weiche, feuchte Erde.
Nicht sehen kann ich es,
noch hören, noch finden.
Ich werde es lassen,
da wo ich es verloren habe.
Vielleicht treibt es Blüten
im nächsten Frühling.
www.artha.ch

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