Oshotimes Platzhalter

Bilder durch anklicken vergrößern!


Zurück zur Liste der Künstler

Es sprudelt aus mir heraus

Dhiras Lebenskünstler-Odyssee von der Sannyaskindheit zur Malerei, zur Schönheitskosmetik, zum Küchenkarma – und zurück zur Malerei …

„Mit vier Jahren war ich 1979 das erste Mal bei Osho in Poona und nahm aus eigenem Antrieb Sannyas, weil mich die Farbe Orange so faszinierte. Mein neuer Name: Anand Dhira – das heißt Weisheit und Geduld.
Mit sieben Jahre besuchte ich in Berlin neun Jahre lang eine Waldorfschule. Dort wurde vor allem das Handwerkliche und das Malen, welches mir besonders lag, sehr gefördert. Ich zeigte jedoch zu großes Desinteresse in den anderen Fächern und flog zwei Wochen vor dem Hauptschulabschluss von der Schule.
Von hier an wendete sich mein Leben um 180 Grad. Nichts funktionierte mehr. Als ich Anläufe unternahm, die Schule erfolgreich abzuschließen, war es, wie wenn ich vor eine Mauer laufe. Also kaufte ich (zu der Zeit 16) ein Ticket nach Indien und lebte die nächsten drei Jahre halb in Poona, halb in Dharamsala (Himalaya). Mein erster Job im Ashram in Poona war Coordinator des „Open Painting Studio“, und in dieser Zeit lernte ich mehr als in neun Jahren Rudolf Steiner Schule. Doch mein größter Wunsch war es, mit meiner Malerei Geld zu verdienen. Ein Mal schlich ich mich heimlich in Meeras Malgruppe, weil ich kein Geld hatte, die Gruppe zu bezahlen. Unter Tränen kam dann alles heraus und Meera lud mich ein, einfach so mitzumachen. Daraufhin wurde mir jedoch klar, dass ich etwas Ordentliches lernen muss, um mein Geld zu verdienen und so lernte ich im „Basho Beauty and Hair Studio“ Haare schneiden. Doch das reichte mir nicht. Ich wollte ein Diplom, suchte die „Internationale Kosmetik Schule“ in Delhi auf, lernte Ayurvedische Massage und hätte fast einen eigenen Schönheitssalon eröffnet.
Die Existenz trieb mich jedoch zurück nach Deutschland – in ein achtjähriges Küchenkarma. Ich habe nie gezählt, in wie vielen Küchen ich seitdem gestanden habe, und mir auch nicht zu erklären versucht, wie ich von der Kunst zur Kosmetik zum Kochen gekommen bin. Doch ich fand heraus, dass zu jeder Arbeit Kreativität erforderlich ist und begann meine Kochkurse in Ibiza immer mit der Einleitung: „Seht die Küche wie ein großes weißes Blatt Papier an, auf dem ihr gleich etwas zaubern werdet. Jeder kann kochen, jeder kann malen. Es gehört nur ein wenig Aufmerksamkeit und Experimentierfreude dazu.“
Es kam eine Zeit, in der ich mich in der Welt behaupten musste und lange Zeit fasste ich kein Blatt Papier mehr an. Bis zu dem Punkt, an dem ich mich so richtig festgefahren, ja wie in einem Gefängnis fühlte.
Der Winter näherte sich: So konnte es nicht weitergehen. Nur wollte ich diesmal nicht wie in der Vergangenheit bei Schwierigkeiten gleich alles abbrechen und die Kontinente wechseln. Ich blieb in Hamburg und kam eines Tages in die Hamburger Osho Discothek „Atisha“, wo Meera eine Mal-Show aufführte. In mir explodierte es und vor lauter Inspiration kaufte ich mir am Tag darauf Papier und Farben. Mein innerer Friede war wiederhergestellt. Ich war glücklich.
Eineinhalb Jahre sind seitdem vergangen und es sprudelt nur so aus mir heraus. Sogar eine Ausstellung konnte ich mit meinen Bildern füllen. Sie lief im Toulouse Institut und hieß Neue Dimensionen.
In meinen Bildern kombiniere ich Wildes und Abstraktes mit feinen, klaren Linien, feminin und maskulin, lasse Welten verschmelzen. Symbole der Nazca Wüste und Chan Chan aus Peru haben sich zu Mandalas verwandelt, indische Götter aus den Tempeln von Khajuraho zieren moderne Hintergründe mit japanischen Schriftzügen und ägyptische Pharaonen schmücken zartes Reispapier.
Meine Einladung ist: Lasst euch von meiner Kunst inspirieren. Taucht ein in die Welt der Malerin, wie sie in ihren Bildern verschwindet und wieder auftaucht, wenn sich das weiße Blatt Papier in einen Dschungel verwandelt hat, in dem tausend Dinge zu entdecken sind.“
dhiraart&yahoo.co.in

nach oben