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Auf der Suche nach dem Schönen
Kunst von Ekin
Malen ist für mich Leben, Elixier, Therapie. Wenn es mir schlecht geht, flüchte ich mich in die Malerei. Sie ist mein Anker und ersetzt mir den Geliebten. Seit ich male, akzeptiere ich meine Marotten, mein Verrücktsein, mein Anderssein, weil ich weiß, dass all das Ingredienzen sind, die meine Bilder lebendig und authentisch machen. Wenn es mir gut geht, zelebriere ich den Akt des Malens. Dann bin ich voller Begeisterung und Liebe … Liebe fürs Leben und für alles Schöne. Dann möchte ich einfach nur Instrument sein und Schönes schaffen und entstehen lassen.
Diese Faszination vom Schönen und Ästhetischen ist meine Triebkraft zum Malen. Immer wieder, bei jedem Bild, ist dies meine Heraus-forderung: Etwas Neues, etwas Eigenes zum Ausdruck zu bringen, das bisher nicht sichtbar war. Und selbst dort Schönes zu entdecken, wo es sich nicht sofort offenbart und vielleicht sogar düster und grau erscheint. Jedes Bild hat ein Eigenleben und ich fühle mich wie eine Mutter, die ihm auf die Beine hilft. Ein mysteriöser Vorgang und manchmal ein sehr spirituelles Erlebnis. Eine andere Herausforderung für mich sind meine Bleistiftzeichnungen. Als ich längere Zeit krank war und keine Energie für starke Farben hatte, entdeckte ich das Medium Papier und Bleistift.
Die Bleistiftzeichnungen sind eigentlich ein krasses Gegenteil zu meinen farbigen Arbeiten. Nichts mit Spontaneität und freiem Schwung! Hier drückt sich mein Bedürfnis nach Ruhe, Stille und Einfachheit aus. Je nach Tagesform arbeite ich mit Bleistift oder mit Farben.
Viele meiner Zeichnungen dienen mir später als Anregung für großformatige Bilder, auf denen menschliche Figuren erscheinen. Diese Bilder beginnen als abstrakte Darstellung. Mit dem Wunsch nach weiterer Vollendung tauchen Figuren auf. Keine Personen wirklich, sondern eher Wesenheiten, Figuren in Bewegung, in Auflösung, als Energiekörper.
Reales aus dem Leben, z.B. Häuser, Kleidung, Straßen darzustellen, interessiert mich nicht. Meine Themen sind Liebe, Zärtlichkeit, Lebendigkeit, Wachstum, Natürlichkeit, Drama, Echtheit, Stille, Geheimnis, unbewusste Gefühle, Licht und Schatten, Sehnsucht. Ich male und zeichne seit frühester Kindheit mit Begeisterung. Nach dem Abitur entschied ich mich für einen kreativen Beruf und habe nach dem Studium zum Grafikdesigner eine Zeit lang für die Werbung und im Verlagswesen gearbeitet.
Vor acht Jahren begann ich im Training mit Meera in Pune großformatige, emotionale Bilder zu malen. Das war eine absolute Befreiung für mich. Seitdem entstehen meine Bilder aus dem Bauch heraus. Weg von kopflastiger, penibler Detailarbeit, hin zu einem wilden, ungehemmten, befreiten Ausdruck.
Ich gebe Malkurse für Kinder und Erwachsene. Mit Erwachsenen zu arbeiten ist eine besondere Herausforderung. Wir sind so stark gedrillt, alles richtig zu machen und ein anständiges Ergebnis abzuliefern. Das hemmt jegliches kreative Tun. In den Malgruppen möchte ich vor allem eine Atmosphäre schaffen, in der sich die Teilnehmer/innen entspannen und beim Malen neu entdecken können, was in ihnen steckt. Musik, Tanz und Osho Meditationen unterstützen den kreativen Prozess.











