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Schöner Baum mit weißen Blüten
Gemälde von Sunder Malti
"Die Malerei kam 1985, nach drei Oregon-Aufenthalten in mein Leben.
Ich hatte Zeit und wusste überhaupt nicht, wie mein Leben weitergehen
sollte. Das, was vorher war – eine Karriere in der Modebranche – war
beendet. Zu einer Moderedaktion wollte ich nicht mehr zurück. Als Sannyasin
hatte ich nach vielen Gruppen einen Geschmack davon bekommen, wie es
ist, durchzuatmen, und was es heißt, sich jeden Moment neu zu entscheiden,
wie der Tag sein soll. Und was für eine Freude das Neue machen kann
– wenn man sich sein Leben freiwillig und in eigener Verantwortung gestaltet.
In dieser Zeit des Suchens – in Hamburg, denn da wollte ich bleiben
– fand ich meinen Malkasten und fing mit kleinen Landschaften an. Als
ich ein Dutzend zusammen hatte, legte ich sie einem Verlag vor, der spontan
mein kleines Buch „Die Lichtlandschaften“ druckte. So begann es.
Zur gleichen Zeit machte ich mich mit einer Super-Nähmaschine in
meinem Hexenhäuschen selbstständig und arbeitete für die Damen der Gesellschaft.
Das Tägliche sollte hereinkommen.
Das Wochenende gehörte der Malerei. Die Bilder wurden immer größer
– Sonnen und Monde, atmosphärische, meditative Stimmungen, die immer
dunkler wurden. Galaxien entstanden und wurden ausgestellt. 1989 hatte
ich das Bedürfnis, bei einem Meister Unterricht zu nehmen und die reale
Welt – Menschen, Gebäude und Stilleben – zu studieren. Durch eine recht
akademische Schule mit vielen Reisen nach Italien und ans Meer (auf die
Insel Sylt und
Griechenland) fand ich langsam zu einer eigenständigen Handschrift.
Ich hatte mich in großen Meeresbildern, Landschaften und Riesenblumen
ausgetobt, vieles davon weggegeben und Krankenhäuser bestückt.
Das Malen bedeutet für mich Meditation in Stille – in einem geschützten
Raum den Farben zu lauschen. Wo fließen sie hin? Selten habe ich ein
Konzept: Etwas entwickelt sich und ich lasse mich darauf ein. Manchmal
steht ein Bild einige Zeit im Atelier. Es ist angefangen und plötzlich
sehe ich, wo sich etwas verdichtet, sich verändern will. Die Malgruppen
mit Ekin Stadel haben mir neue Dimensionen eröffnet – sich dem Fluss
der Farben hinzugeben.
Die Buddhinen sind eine Serie erleuchteter, meditativer Frauen:
Prinzessinnen, Königinnen und tantrische Frauen. Begonnen hat es mit
einer königlichen Buddha-Statue, die weibliche Weichheit ausstrahlte.
Danach folgten dann in Aquarell und Tusche alle anderen. Was da entstanden
ist hat tief mit mir selbst zu tun. Es ist die Schönheit, die ich bei
Frauen sehe, wenn sie in Meditation versunken sind, die ich durch diese
Bilder ausdrücken will. Und wie sich Gesichter durch Meditation verändern
können, berührt mich immer wieder zutiefst: Frieden, Harmonie und Einklang
durch eine entspannte Körperhaltung.
Mir hat die Sannyaszeit einundzwanzig Jahre bewusstes Leben beschert.
Und die Kunst."
(Sunder Malti heißt: Schöner Baum mit weißen Blüten.
Info: Tel.
040/503406)




