Oshotimes Platzhalter

Bilder durch anklicken vergrößern!


Zurück zur Liste der Künstler

Lebendige Malerei

Gemälde von Nanda

Es ist fast zehn Jahre her – im Oktober 1998 plante Nanda ihre zweite Indienreise nach Pune. Sie hatte ihre sichere Stelle gekündigt und bereitete sich auf einen beruflichen Neuanfang vor: „Es war Wahnsinn. Aber wie sagt Osho: ,Spring erst, danach kannst du überlegen.‘ Im Nachhinein beeindruckt mich mein Mut – trotz aller Scheu habe ich mich getraut.“
Nanda hatte ein Visum für drei Monate und genug Geld in der Tasche, um sich ein Training leisten zu können. Was für eins, wusste sie noch nicht, aber das würde sich schon zeigen. Sie meditierte viel, traf sich jeden Nachmittag mit Freunden im Osho-Café zum Singen und Gitarrespielen und ließ keine Probe des­ Osho-Chors aus. Aber ein Training? Da zog sie erst mal nichts an.
„Gut zwei Monate später saß ich auf der Osho-Plaza, als Meera ihre so eindrucksvoll lebendige Tanz- und Mal-Per­formance begann. Ihre Mischung aus Spontaneität und Kraft, Sanftheit und Liebe berührte mich tief. Sie reichte Farb­töpfchen und Pinsel einem dreijährigen Mädchen, das dann die Farben ganz spontan und ohne Ziel auf dem Papier verteilte.
Da wurde in mir eine Stimme wach: ,Oh, das will ich auch!’ Und ich meldete mich zu einer dreitägigen Gruppe an. Als Meera mir sagte: ,Du musst weiter machen, du bist eine wirkliche Malerin!‘, war ich überrascht und erstaunt.“
Nanda meldet sich zum Primal-Painting-Training an. Und seitdem malt sie in ihrem Zimmer, das längst mehr zu einem Atelier geworden ist, oder alleine in der Natur. An manchen Bildern arbeitet sie über Monate. Andere entstehen in nur einer Nacht, und wieder andere sind ganz schnell und mühelos wie ganz nebenbei entstanden.
Der Prozess des Malens ist für sie immer wieder voller Überraschungen. „Phasen von Leichtigkeit und Verspieltheit wechseln mit Phasen von Ernsthaftigkeit und Stag­nation“, sagt Nanda. „Ich male hauptsächlich mit Acrylfarben, die ich, mit viel Wasser verdünnt, auf dem Malgrund ineinander laufen lasse.“ Die Formen, die so entstehen, bilden oft menschliche Gestalten oder ab­strakte Figuren.
Seit einiger Zeit hat sie herausgefunden, dass auch die pastose Arbeitsweise eine sehr lebendige und intuitive Ausdruckskraft hat. „Die flüssige Malweise verhilft dem Geist flexibel mitzufließen. Die pastose Malweise jedoch erfordert eine fließende Bewe­gung direkt aus der Pinselführung, geleitet von Herz und Be­wusstheit.“
www.ruthkuepper.de

nach oben