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Beflügelt von Glück
Abstrakte Malerei von Nigam
Der Anfang dieser Bilder ist immer willkürlich. Mit spontanen und meditativen Gesten verteile ich Grundierung und Farbe über die Bildfläche, bis sich Strukturen ergeben, Räume öffnen, Harmonien und Spannungen entstehen. Nach und nach setze ich meine Erfahrung ein, befinde für gut oder nicht so gut, übermale oder verstärke. Jedes Bild ist neu, und ich lasse mich gerne davon überraschen, was am Ende herauskommt. Zu genaue Vorstellungen über das Aussehen des Endergebnisses stören das Neue und führen immer zu etwas schon Bekanntem. Ich muss mich eben auf das Hier und Jetzt, auf das Bild und den Augenblick einlassen.
Die wenigsten Bilder sind in einem Arbeitsgang gemalt. In der Regel arbeite ich über einige Tage an den noch unbefriedigenden Ergebnissen des Vortages. Viele Bilder scheinen aber auch nie zu gelingen und ich gebe sie auf. Jahre später hole ich sie dann wieder hervor und übermale große Flächen mit Weiß. Einige meiner besten Bilder sind so entstanden: aus früheren, vergeblichen Versuchen, als Neuanfang auf der Basis von Gescheitertem. Diese Bilder haben dann oft besondere Komplexität und Tiefe, weil das Alte, Gescheiterte zum Teil noch sichtbar ist, aber auch losgelassen wurde und in Beziehung zu völlig Neuem steht.
Viele der Bilder aus dieser Serie rufen Assoziationen wach: Bilder von Nebeln im Weltraum, Supernova oder Satellitenfotos der Erdoberfläche. Auch wenn ich diese Assoziationen nicht beabsichtige, so mag ich doch die Tiefe und gewaltige Harmonie, die ich mit diesen Phänomenen verbinde. Solche Erscheinungen sind das Ergebnis von natürlichen Kräften und Prozessen. Wir empfinden sie, wie alles Natürliche vielleicht deswegen als schön, als wahr, weil wir hier den Ursprung unseres Seins spüren. Ich versuche diese Kräfte in den Bildern nachzuvollziehen. Ein breiter Pinselstrich auf einer unebenen Grundierung hinterlässt charakteristische Farbspuren, so ähnlich wie Vulkanasche, die über Bergketten verweht wird. Malerische Strukturen entstehen.
Ich habe in Köln und New York Malerei studiert, lebe und arbeite als freischaffender Künstler in Brühl und New York, bin Sannyasin seit 2000 und werde im Juni Vater. 1996 habe ich acht Fenster für eine katholische Kirche gestaltet. Einige Bilder der hier vorgestellten abstrakten Serie befinden sich in Büros, Praxen, Banken sowie in Wohnräumen. Außer an diesen abstrakten Themen arbeite ich an mehreren anderen Serien von Bildern. Die großformatigen figürlichen Arbeiten haben dabei am meisten mit meiner Meditationserfahrung zu tun. Diese Figuren sind In-die-Welt-Geworfene, sind Menschen, die sich in einer physischen Existenz wiederfinden und versuchen ihr Dasein zu begreifen. Und alles, was ihnen bleibt, sind körperliche und emotionale Erlebnisse, ein ratloser Verstand und ihre Beziehungen zu anderen.






