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Reisen ins Unbekannte
Schwarzweiß-Fotografie von Premgit
von Premendra
Premgit ist Fotograf mit Leib und Seele. Etwa neun Monate im Jahr hält
er sich in Südengland auf, wo er sich in seiner Dunkelkammer der Ausbeute
seiner weltweiten Fototouren widmet und sie weiterverarbeitet. Die anderen
drei Monate reist er mit seiner Lebensgefährtin Sandhya rund um den Globus
– am liebsten nach Indien. Als ich ihn im August in Crabstone nahe der
altenglischen Stadt Tavistock am westlichen Rand des Dartmoors in Devon
besuchte, erzählte er mir von seiner letzten Fotoreise.
Seine Reisen plant er immer nur grob. SIe sind voll unerwarteter
und nicht immer erfreulicher Überraschungen. Er verlässt sein bekanntes
Umfeld und bricht auf ins Unbekannte. Anfang dieses Jahres war er im
von einer brutalen Militärjunta gebeutelten Myanmar (Birma) und danach
wieder mal in seinem geliebten Indien, zwölf Stunden Bahnfahrt und drei
Tage Autofahrt südlich von Kalkutta im Staat Orissa nahe der Grenzen
zu Andhra Pradesh und Chittisgarh. Es ist ein abgeschiedenes und schwer
zugängliches Gebiet, wo die Menschen noch heute in einer matriarchalischen
Sozialstruktur zusammenleben. Aus Indien und Myanmar brachte er eine
eindrucksvolle Portraitsammlung mit.
Nachdem Osho seinen Körper verlassen hatte, wandte sich Premgit der Schwarzweißfotografie zu. Seine Arbeiten haben im Laufe der Jahre eine außergewöhnliche Reife entwickelt. In der Schwarzweißfotografie herrschen ganz andere Gesetze als bei der Farbfotografie. In Schwarzweiß kann es vorkommen, dass die roten Blüten in dem grünen Blattwerk eines Baumes nicht zu erkennen sind. Premgit erklärt mir, dass es dann vielmehr darauf ankommt, das Motiv in Lichtwerten wahrzunehmen – also in unterschiedlichen Helligkeitsgraden: „Rot kann exakt den gleichen Helligkeitswert haben wie Grün, und so ist zwischen beiden kein Unterscheid zu erkennen. Schwarzweißbilder wirken somit durch die Reduktion auf bloße Helligkeitsabstufungen ganz anders auf unsere Augen als Farbbilder. Unsere Augen sind auf Farben eingestellt. Schwarzweißbilder sind auf gewisse Weise unnatürlich für uns, liefern uns nicht so viele differenzierte Informationen wie ein Farbbild. Erstaunlicherweise haben Schwarzweißbilder aber oft eine stärkere Wirkung auf uns als Farbbilder. Oft sind sie klarer und eindringlicher. Vielleicht liegt das daran, dass wir uns beim Betrachten von Schwarzweißbildern nicht auf unsere gewohnte Wahrnehmung verlassen können.”
Mich selbst haben Schwarzweißbilder schon immer in ihren Bann gezogen.
Ich fotografiere selber, habe aber nicht die Gabe die Welt in unterschiedlichen
Lichtwerten statt in unterschiedlichen Farben zu sehen. Premgit sagt
mir, dass das für ihn ein Lernprozess war und dass es mittlerweile ganz
natürlich für ihn geworden ist, die Welt als Licht und Dunkelheit wahrzunehmen.
Dadurch strahlen seine Portraits in ihrer Eindringlichkeit und
Einfachheit eine unmittelbare Kraft aus. Sie erzählen Geschichten und
sind voller Poesie, Anmut und Ästhetik.
Geschichten von einfachen Menschen …
www.premgit.co.uk









