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Die Mitte schafft Raum

Druckgrafiken von Ruho

„Hara no aru hito“ heißt übersetzt: „ein Mensch mit Mitte“ oder auch „ein Mensch in seiner Mitte“. Damit umschreibt Anand Ruho (spirit of bliss) die Grundlage ihres künstlerischen Schaffens.
Ruho wuchs von frühester Kindheit in Osho Kommunen auf und stellte schon ziemlich früh fest, dass sie kreativ arbeiten wollte. Besonders das Zeichnen bereitete ihr große Freude, weil sie sich dabei immer stark mit ihrem Wesenskern verbunden fühlt.
Sie studiert Kommunikations-Design. Im letzen Jahr ihres Studiums entdeckt sie dank ihres Professors, der seinen Schülern eine Druckwerkstatt einrichtet, ihre Liebe zum Holz- und Linolschnitt und findet zur freien künstlerischen Arbeit zurück.
Während eines Sommercamps (mit Katsugen Undo und Hara Awareness-Massage bei Anando) nimmt sie an einem Prozess teil, bei dem es im Wesentlichen darum geht, zur eigenen Mitte zu finden. Im Zuge dieses Prozesses findet Ruho neuen Zugang zu ihrer spontanen und intuitiven Kreativität. Sie entdeckt, dass diese nicht etwa in ihrem Kopf entsteht, sondern zum größten Teil aus ihrem Bauch heraussprudelt. Alte traditionelle fernöstliche Kulturen betrachten den Bauch ja seit jeher als das Zentrum unseres Wesens. Die Japaner nennen es Hara – „Quelle des Lebens“. Mit „Hara“ wird im ostasiatischen Raum eine Form des Bewusstseins beschrieben. Es ist daher keinesfalls nur mit Bauch allein zu übersetzen.
Daraufhin entstehen die hier dargestellten Druckgrafiken. Ruho erklärt dazu:
„In meinen Arbeiten habe ich versucht, an diese Tradition anzuknüpfen – nämlich durch die Aktivierung des Haras Zugang zu meinem authentischen Wesen zu finden. Mithilfe von Hara-Massagen und -Meditationen konnte ich meine intuitive Kreativität wecken und aktivieren.
Die Grafiken setzen sich mit dem Wechselspiel und der Verbindung von Intuition, Verstand und Kreativität auseinander. Nicht kopfgesteuert, sondern aus einem Zustand des Nicht-Denkens heraus entstanden Bleistiftskizzen, ohne dass ich dabei ein konkretes Endbild vor Augen hatte.
Eine Auswahl der Skizzen setzte ich in Holz- und Linolschnitt um und fügte sie zu einer Gesamtkomposition zusammen. Die Motive zeigen ein ausdrucksvolles Zusammenspiel von Intuition und Verstand. Bildhaft setzen sie um, was weder mit dem Verstand noch mit Worten zu greifen ist. Weder die Weite des Universums noch die Stille der Meditation lassen sich mit Worten beschreiben. Sie können jedoch erspürt werden und auf intuitive Weise in eine Bildsprache eingebracht werden.
Meine Grafiken bringen einen ,Zwischen-Raum‘ bzw. ,Zwischen-Zustand‘ zum Ausdruck: den Raum zwischen Himmel und Erde, zwischen Geist (Immateriellem) und Natur (Materiellem), Intuition und Verstand. Oder, auf den menschlichen Körper übertragen: die Verbindung von unten nach oben und oben nach unten, vom Bauch zum Kopf und umgekehrt.
Das Dargestellte ist abstrakt und zeigt ein Zusammenspiel von Leichtigkeit und Schwere. In den Bildern spiegelt sich ein Bewusstseinszustand wider, in dem wir sowohl in unserer Mitte als zugleich auch mit dem großen Ganzen verbunden sind.“
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