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Kugel, Schale und Spirale
Skulpturen von Samvado
von Samvado/Premendra
„Mein Weg ist, im Holz nach allem Leben zu suchen – das uralte Symbol
vom Lebensbaum. Holz symbolisiert Materie, die das Siegel des Lebens
in sich trägt, liegen geblieben am Meeresufer wie Treibholz. Holz zeigt
die Essenz, die Mitte, die überall ist. Es birgt die Anziehungskraft
des Waldes, der Wildnis in sich.“
Diese Worte malen sozusagen den Hintergrund für Samvados Arbeit.
Auf dem von leuchtenden Farben, fülligen Formen und Selbstdarstellungskapriolen
beherrschten Kunstmarkt wirkt Holz eher statisch, ohne Unterhaltungswert.
Obwohl sich aus Holz praktisch alles machen lässt, interessiert Samvado
nur eines – das Wesen des Baumes auszudrücken, Holz lesbar zu machen.
Die Geschichte des Baumes als Sinnbild zu allem Leben: „Der Schlüssel
zur Sprache des Holzes liegt in den Holzfasern. Es ist eher eine Sprache
des Seins, statt des Tuns.“
Samvado lebt jetzt in Cornwall in Südengland, wohin er nach Kommuneleben
und Beziehungen zurückgekehrt ist. Hier erzählt er Holzgeschichten
von seinem „Baumleben“. Das begann 1975, nach einem für ihn wertlosen
Examen in Psychologie. Damals traf er Osho, wurde aber erst 1984 Sannyasin:
„Es dauerte etwas, bis ich begriff, dass ich in dieser Suche nicht allein
dastand. Anfangs hatte meine Arbeit mit Ökologie und dem Mangel an Bäumen
in unserer Landschaft zu tun. So als wäre die Sprache des Holzes verstummt,
weil wir es als Material ausbeuteten.
Meine Lieblingsformen sind Kugel, Schale und Spirale. Sie lassen
die Jahresringe erkennen, die sich um das Herz des Baumes winden; der
Abstand zwischen ihnen erzählt vom Wachstum im Sommer, gleich einem Wetter-
und Lebensbericht über die Jahre seines Lebens hinweg. Wer diese Sprache
erlernen möchte, sollte sich mit geschlossenen Augen neben einen Baum
setzen und innerlich zur Ruhe kommen. Ohren sind die bessere Antenne
zur Mitte, sind empfänglicher. Menschen, die anfassen und fühlen können,
ist längst klar: Die Bäume antworten dir. Sie haben Präsenz und eine
unerschütterliche Art einfach nur hier zu sein. Dadurch werden wir ruhiger
und weniger hektisch.
Bäume sind die uralten Begleiter des Menschen seit Stock- und
Steinzeit. Ohne sie gäbe es uns nicht – ihre Energie, zu Früchten, Sauerstoff
und Zucker verwandelt, zog uns groß. Sie sind uns so nah und nützlich,
von der Diele bis zur Decke, dass wir ihr Leben kaum wahrnehmen, geschweige
denn dankbar anerkennen. Holz führt uns das ursprüngliche Muster des
Wachstums um eine leere Mitte vor. Vielleicht waren die Bäume unsere
ersten Tempel, bevor wir anfingen zu denken, dass wir größer sind als
die Natur.
Holz ist und bleibt für mich ein Spiegel des Lebens.“








