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Meditation von Osho

Bewusstheit macht gesund

Frage an Osho:

Ich weiß nicht, wie ich zwischen dem Gefühl der Selbstbezogenheit (engl. self-consciousness), das du eine Krankheit nennst, und den Gefühlen der Selbstbeobachtung (self-awareness), der Selbsterinnerung (self-remembering) und des Zeugeseins (being a witness) unterscheiden soll.

Richtig, Selbstbezogenheit ist eine Krankheit, und Selbstwahrnehmung ist gesund. Was also ist der Unterschied, denn die Wörter scheinen dasselbe zu bedeuten. Mag sein, dass sie dasselbe bedeuten, aber wenn ich sie gebrauche oder Patanjali sie gebraucht, meinen wir nicht dasselbe damit.
Bei der Selbstbezogenheit liegt der Akzent auf dem Selbst. Bei der Selbstwahrnehmung liegt der Akzent auf der Wahrnehmung. Das englische Wort self-consciousness kann beides bedeuten. Wenn der Ton auf dem self liegt, ist eine Krankheit gemeint. Wenn der Ton auf consiousness liegt, ist Gesundheit gemeint. Sehr subtil, aber ein riesiger Unterschied.
Selbstbezogenheit ist deshalb krankhaft, weil deine Gedanken dann immer nur um dich selber kreisen – „Wie mag ich auf andere wirken? Wie beurteilen sie mich? Was meinen sie wohl? Können sie mich leiden oder nicht? Akzeptieren sie mich oder lehnen sie mich ab? Lieben sie mich oder nicht?“ Immerzu steht das Ich, das Mich, das Ego im Mittelpunkt. Das ist krankhaft. Das Ego ist die größte Krankheit, die es gibt.
Wenn du jedoch den Fokus, die Betonung verlagerst – vom Selbst auf die Wahrnehmung, dann ist es dir völlig gleich, ob „die Leute mich ablehnen oder akzeptieren“: Ihre Meinung spielt keine Rolle.
Jetzt willst du dir nur noch in jeder Situation bewusst bleiben. Ob sie dich ablehnen oder akzeptieren, ob sie dich lieben oder hassen, ob sie dich einen Heiligen oder Sünder nennen, ist unerheblich. Was sie sagen, was sie meinen, ist ihre Sache und ihr Problem, das haben sie selbst zu entscheiden: Du möchtest nur in jeder Situation bewusst sein.
Wenn irgendwer zu dir kommt, sich vor dir verbeugt, in dir einen Heiligen sieht: Dir ist es egal, was er sagt, was er glaubt. Du bleibst einfach nur hellwach, bleibst bewusst und lässt dich von ihm nicht in die Unbewusstheit runterziehen. Und wenn jemand kommt und dich beleidigt und einen alten Schuh auf dich wirft: Dir ist es egal, was er macht. Du versuchst nur hellwach zu sein, so dass du unberührt bleibst – er kann dir nichts anhaben.
Ob du gepriesen oder verdammt wirst, ob du scheiterst oder Erfolg hast – du bleibst dir treu. Durch deine Bewusstheit gelangst du zu einer inneren Ruhe, die nichts mehr stören kann – weder so noch so. Du wirst frei von dem, was andere meinen.