Oshotimes Platzhalter

Meditation von Osho

Die Gegenwart des Göttlichen

Sich vorzustellen, dass man von Gott beobachtet wird, ist eine der ältesten Methoden. Sie verändert das Leben grundlegend. Wenn die Vorstellung, dass Gott dir zuschaut, tiefer verwurzelt ist, wird sich merklich etwas verändern. Plötzlich gibt es Dinge, die du nicht mehr tun kannst. Sie wirken so absurd, wenn Gott zuschaut. Sie sehen albern aus, wenn Gott zuschaut. Und manche, die du vorher nicht tun konntest, werden leichter, wenn Gott zuschaut.

Es ist bloß eine Technik, um dein Sein in einen neuen Zusammenhang zu stellen. Schon nach sieben Tagen wirst du merken, dass fast unmerkliche Veränderungen eingetreten sind. Du gehst anders: mit mehr Eleganz und Anmut, weil Gott zusieht. Du bist nicht allein. Die Gegenwart des Göttlichen folgt dir auf Schritt und Tritt.

Stell dir vor: Du bist im Bad und plötzlich merkst du, dass dich dein Kind durchs Schlüsselloch beobachtet. Sofort veränderst du dich. Du bist nicht mehr dieselbe Person. Oder du bist auf der Straße und es ist sonst niemand da. Es ist früh am Morgen und du bist allein. Dann kommt plötzlich jemand um die Ecke und sofort ändert sich was.

Wenn dich jemand beobachtet, wirst du wacher und bewusster. Wenn dir jemand zuschaut, kannst du nicht lethargisch und unbewusst bleiben.

Verinnerliche das Gefühl, dass Gott dir zuschaut, und du wirst merken, wie das Bewusstsein in dir wächst. Sei wach und aufmerksam. Wenn du stillsitzt und die Augen schließt, spüre das Göttliche, das dich von überall sieht. Du wirst wie eine Säule von Licht.

Erinnere dich daran beim Essen oder beim Reden, und du wirst sehen, dass du keinen Unsinn mehr redest. Du merkst, dass alles, was du sagst, sinnvoller, bedeutungsvoller und poetischer wird. Es ist eine Art von Musik darin, die vorher nie dagewesen ist. Du liebst einen Freund, eine Freundin und stellst fest, dass deine Liebe wie ein Gebet wird, weil Gott zuschaut. So wird alles dem göttlichen als Opfer dargeboten; alles muss des Göttlichen würdig sein.