Oshotimes Platzhalter Zurück zur Monatsmeditation

Hara-Meditation

Die eigene Mitte finden

Das Hara ist das Zentrum, von dem aus man ins Leben eintritt und es ist das Zentrum, von dem aus man stirbt und das Leben wieder verlässt. Das ist also der Kontaktpunkt zwischen dem Körper und der Seele. Wenn du dich irgendwie nach links und rechts schwanken fühlst und nicht weißt, wo deine Mitte liegt, beweist dies nur, dass du nicht mehr mit deinem Hara in Berührung bist. Also musst du diese Berührung wiederherstellen.
Leg dich abends, wenn du schlafen gehst, auf dein Bett und verschränke beide Hände über dem Punkt fünf Zentimeter unterhalb deines Nabels und drücke ein wenig. Fange nun an zu atmen, tief zu atmen, und du wirst spüren, wie sich dieses Zentrum mit dem Atem hebt und senkt. Spüre deine gesamte Energie dort, so als würdest du mehr und mehr und mehr schrumpfen und wärest nun nur noch als ein kleines Zentrum vorhanden – stark zusammen geballte Energie. Mach das einfach zehn, fünfzehn Minuten lang und schlafe dann ein.
Du kannst einschlafen, während du das machst; das wird sehr hilfreich sein. Dann geht das Zentrieren die ganze Nacht lang so weiter, geht das Unbewusste immer wieder dorthin und zentriert sich dort. Also wirst du die ganze Nacht über, ohne dass du es weißt, auf vielerlei Weise mit deiner Mitte in tiefen Kontakt treten.
Und am Morgen dann schlage nicht sofort die Augen auf, wenn du merkst, dass der Schlaf verflogen ist. Lege deine Hände wieder dorthin, drücke ein wenig, fange an zu atmen; spüre erneut das Hara. Mache dies zehn oder fünfzehn Minuten lang weiter und steh dann auf. Mache das jeden Abend, jeden Morgen, und binnen drei Monaten wirst du anfangen dich zentriert zu fühlen.
Es ist ganz wesentlich, sich zentriert zu fühlen, denn sonst fühlt man sich zersplittert; dann ist man nicht „beisammen“. Dann ist man wie ein Puzzle, lauter Einzelteile ohne Gestalt, kein Ganzes. Dann ist man nicht in Form, denn ohne eine Mitte kann der Mensch sich zwar dahinschleppen, aber er kann nicht lieben. Ohne eine Mitte kannst du alles Mögliche in deinem Leben routinemäßig erledigen, aber niemals kreativ werden. Du wirst am Minimum, auf absoluter Sparflamme leben. Das Maximum wird für dich ausgeschlossen sein. Nur wer sich zentriert, lebt am Maximum, am Zenith, am Gipfel, am Höhepunkt – und nur das nenn ich leben, wirklich leben.
Aus: Osho, A Rose is a Rose is a Rose #18