Oshotimes Platzhalter

Meditation von Osho

Ich bin

Gurdjieff benutzte diese zweite Technik. Sie kommt aus der Sufi Tradition, aus dem Islam. Dort wurde sie bis in große Tiefen entwickelt. Sag dir ständig: „Ich bin“ – in allem was du tust.
Du trinkst Wasser, du isst dein Essen: Erinnere dich – „Ich bin“. Iss weiter und erinnere dich weiter: „Ich bin, ich bin.“ Vergiss es nicht! Es ist schwierig, weil du bereits zu wissen glaubst, dass du bist. Wozu es sich also ständig ins Gedächtnis rufen? Du erinnerst dich nie daran, aber es ist eine sehr, sehr starke Technik.
Wenn du spazieren gehst, erinnere dich: „Ich bin“. Lass das Gehen da sein, geh weiter. Aber bleibe ununterbrochen auf diese Selbsterinnerung fixiert, auf dies: „Ich bin, ich bin, ich bin“. Vergiss es nicht. Du hörst mir zu, mache es gleich hier! Du hörst mir zu: Sei nicht so völlig eingetaucht, beteiligt, identifiziert. Was immer ich sage, erinnere dich daran, hör nicht auf, dich zu erinnern. Das Zuhören ist da, Wörter sind da, jemand, der redet – und du … „Ich bin, ich bin, ich bin“ … lass dies „Ich bin“ zum ständigen Teil deines Bewusstseins werden.
Das ist sehr schwer. Du kannst dich nicht einmal eine Minute lang ­daran erinnern. Versuche es. Sieh auf deine Armbanduhr und schau auf die Zeiger, die sich bewegen. Eine Sekunde, zwei Sekunden, drei Sekunden – hör nicht auf hinzusehen.
Tu zweierlei: Schau auf den Sekunden­zeiger und erinnere dich ständig an dies: „Ich bin, ich bin“. Erinnere dich jede Sekun­de daran: „Ich bin“. Nach fünf oder sechs Sekunden wirst du feststellen, dass du es vergessen hast. Plötzlich stellst du fest, dass vier Sekunden verstrichen sind, ohne dass du dich an dies „Ich bin“ erinnert hast.
Sich auch nur eine einzige volle Minute zu erinnern, kommt einem Wunder gleich. Und wenn du dich eine Minute lang erinnern kannst, ist das die richtige Methode für dich. Dann mach sie. Durch sie wirst du fähig, über das Träumen hinauszugehen und zu erkennen, dass Träume Träume sind. (…)
Der Traum wird nur deshalb als Wirklichkeit erfahren, weil du es versäumst, dich an dich selbst zu erinnern. Du verfehlst das „Ich bin“. Wenn keine Selbsterin­nerung da ist, dann ist der Traum für dich Wirklichkeit. Wenn die Erinnerung an dich selbst da ist, dann wird die Wirklichkeit – die sogenannte Wirklichkeit – zu einem bloßen Traum.
Das ist der ganze Unterschied zwischen Träumen und Wirklichkeit. Für die meditative Einstellung oder für die Wissenschaft der Meditation, ist dies der einzige Un­terschied. Wenn du bist, dann ist deine ganze bisherige Wirklichkeit nur ein Traum. Wenn du nicht bist, dann wird dein Träumen zur Wirklichkeit.