Osho Times Archiv Jahrgang 2006
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Januar "Neubeginn - Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne"
Neues erkennen wir nicht. Und können es auch nicht. Es passiert einfach
und überrascht uns. Wir spüren es, wenn im Einerlei unseres Alltags
plötzlich ein frischer Luftzug weht und Altbekanntes zu etwas Lebendigem
macht. Am Rahmen können wir natürlich herumbasteln. Manch einer
hat Spaß daran, die Form seines Lebens am laufenden Band zu verändern.
Hauptsache anders: Auto, Wohnung, Frau oder Mann, Computer, Kochrezepte,
Kleider, Job, Kurse, Bekanntschaften, fremde Länder, Gurus - die Vielfalt
ist unerschöpflich und wunderbar. Andere pendeln sich auf eine stillere
Alltagsroutine ein, reduzieren ablenkende Reize, vereinfachen ihren Lebensstil,
werden langsamer, weniger, beschaulicher. Ob schnell oder langsam, solange
wir nicht gleich wieder Antworten und Erklärungen parat halten, die
dieses unglaubliche Leben in Schubladen stopfen und damit einengen, kann
alles neu sein und uns direkt mit der Quelle des Lebens verbinden. Osho
sagt: "Genau diese Bereitschaft in Ungewissheit zu bleiben, ist Mut.
Genau diese Bereitschaft in Ungewissheit zu bleiben, ist Vertrauen."
Februar "Geld … macht nicht glücklich, aber es beruhigt!"
Nur
wenige Themen treiben uns so um wie das liebe Geld. Kies, Kohle, Moos und
Asche halten uns ständig beschäftigt und auf Trapp. Doch was nützt
uns all unser Geld, wenn es um Liebe, Freundschaft oder Dankbarkeit geht?
Dann wird es plötzlich unwichtig. Doch geht es weder darum, dem Geld
zu entsagen und Verzicht zu üben, noch sich vom Geld völlig in
Beschlag nehmen zu lassen. Osho formuliert das folgendermaßen: „Sei
in der Welt, aber lass die Welt nicht von dir Besitz ergreifen.“ Unser
Umgang mit Geld kann also ein wunderbares Lehrstück für uns werden.
Er wirft Fragen auf wie: „Was ist wertvoll für mich? Was ist
wahrer Reichtum?“ Geld kann uns dabei helfen, uns im Leben auszudehnen.
März "Stärken & Talente - Das eigene Potenzial leben"
Jeder
bringt in dieses Leben eine bunte Bandbreite an Stärken und Talenten
mit. Die Frage ist nur: „Werden sie entdeckt und gefördert, oder
verkümmern sie, ohne je erkannt worden zu sein?“ Denn Gaben sind
auch Aufgaben. Hat man sie erst einmal wahrgenommen, müssen sie auch
die Chance bekommen, sich zu entwickeln. Sie brauchen Gelegenheit, Aufmerksamkeit
und unsere Hinwendung, damit unsere Kreativität natürlich fließen
kann. Diese Fähigkeiten sind so vielfältig wie das Leben selbst.
Wer sein Potenzial zu leben beginnt, erfährt eine tiefe Befriedigung.
Er beginnt sich selbst zu verwirklichen und bekommt so die Gelegenheit,
dem Leben etwas zurückzugeben.
April "Freundlichkeit - Das Lächeln des Lebens"
Wir
alle brauchen ein Klima der Freundlichkeit, um uns willkommen und sicher
zu fühlen, und doch erwarten wir dieses oftmals zuerst von den anderen.
Wir achten penibel darauf, wie sie behandeln: „Sind sie freundlich
zu uns? Geben sie uns Wertschätzung und Beachtung?“ Doch uns
auf diese Weise von anderen abhängig zu machen ist kurzsichtig. Wir
schieben dem anderen die Verantwortung für unser Wohlergehen in die
Schuhe und verlieren unseren Einfluss darauf. Sinnvoller ist es die eigene
Freundlichkeit zu entwickeln und sich selbst gegenüber eine freundliche
Haltung einzunehmen. Nur wer sich so liebevoll annehmen kann wie er ist,
der schafft dies auch mit anderen.
Mai "Risiko - Der Sprung ins Unbekannte"
Es
gibt Risiken, die das Leben erhöhen, ja feiern. Wer sich eingesponnen
fühlt in zu viel Sicherheit und vorhersehbarer Öde kann bewusst
Momente herstellen, um die alten Sicherheitstrakte seiner Persönlichkeit
und seines Verstandes zu verlassen. Türen nach draußen gibt es
immer. Eines steht fest: Man weiß nicht, was sich dahinter verbirgt.
Das ist das Risiko. Vielleicht löst sich ja nach Durchschreiten der
Tür die Person, die ich zu sein glaubte, in Luft auf, und alles bis
dahin Geschätzte verliert seinen Wert?
Juni "Gesundheit – In Harmonie mit deiner Natur"
Es
gibt Risiken, die das Leben erhöhen, ja feiern. Wer sich eingesponnen
fühlt in zu viel Sicherheit und vorhersehbarer Öde kann bewusst
Momente herstellen, um die alten Sicherheitstrakte seiner Persönlichkeit
und seines Verstandes zu verlassen. Türen nach draußen gibt es
immer. Eines steht fest: Man weiß nicht, was sich dahinter verbirgt.
Das ist das Risiko. Vielleicht löst sich ja nach Durchschreiten der
Tür die Person, die ich zu sein glaubte, in Luft auf, und alles bis
dahin Geschätzte verliert seinen Wert?
Juli "Mann/Frau - Mysterium der Polarität"
In
dieser Ausgabe geht es um Mann und Frau. Und die wundersame Anziehung zwischen
ihnen. Der Magnetismus zwischen den Polen scheint im Leben selbst begründet
zu liegen. Alles Lebendige fließt zweipolig. Tag und Nacht, Sonne
und Mond Gegensätze ziehen sich an, verlangen nach Einheit,
nach Verschmelzung, um sich dann wieder zu trennen und neu zu formieren.
Alles verändert sich. Ein ewiger Kreislauf, der für viel Aufregung
und Abwechslung, für Liebe, Sex, Freudentränen und Herzeleid sorgt.
Bis zur letztendlichen "Hochzeit", von der Osho sagt: "Wenn
du erleuchtet wirst, dann bilden deine innere Frau und dein innerer Mann
ein geschlossenes Ganzes. Aber ohne Erleuchtung bist du nur halb du
kannst nur dadurch vollständig werden, dass du dich an der Außenseite
mit dem andern Geschlecht verbindest."
August "Spiel - Die Leichtigkeit des Lebens"
Mit
meisterhaftem Humor und witzigen Darstellungen von Situationen, die ganz
furchtbar aussichtslos erscheinen, räumt Osho auf mit allem dramatischen
Herzschmerz und der Sinnlosigkeit des Lebens. Er regt uns an, die Dinge
nicht so ernst zu nehmen. Warum nicht mal sich selbst auf den Arm nehmen?
Sonst verliert man vor lauter Unlust am Ende noch das Wesentliche aus den
Augen: die Reise zum wahren Selbst. Was hilft der schönste Weg, wenn
düstere Gedanken und Gefühle mich blind machen, wenn sie meine
Beine lähmen und mir die gute Laune verderben? Im absichtslosen Spiel
geschehen Dinge, die jenseits der alltäglichen Gedankenbahnen liegen.
September "Religion - Dogma oder Befreiung?"
Es ist bemerkenswert, was die Religionen im Namen Gottes so alles anrichten. Ihre Priester, Imane, Rabbis, Brahmanen und Bonzen führen zwar alle Gott im Munde, handeln aber oft recht teuflisch. Sie machen ihren Glauben zum einzig wahren und treiben so einen Keil zwischen sich und alle Andersgläubigen. Ihre Religion ist für sie stets die auserwählte. Das vereitelt jegliche Einheit unter den Menschen.
Oktober "Lernen - Offenheit für neue Wege"
"Lehrer sein heißt, ein Feuer entfachen, und nicht einen Eimer füllen", so sagte Heraklit schon vor 2500 Jahren. Doch erst einmal werden viele Eimer gefüllt. Sobald wir auf die Welt kommen, lernen wir und nehmen die Ideen und Erfahrungen anderer in uns auf. Elternhaus, Priester, Schulen, Universitäten und Weiterbildungsstätten - sie alle liefern erklärende Systeme, um die Kinder ihrem Lebensstil anzupassen. Den Lehrenden geht es dabei meistens nicht um das wirkliche Wesen des Menschen, dessen Begabungen sich zu entfalten suchen und Unterstützung brauchen, sondern darum den Lernenden zu einem nützlichen und pflegeleichten Mitglied der Gesellschaft großzuziehen.
November "Sterben - Abschied und Loslassen"
In unserer Gesellschaft wird der Tod tabuisiert. Im Gegensatz zu früher kommen die Menschen heute kaum noch in unmittelbaren Kontakt mit Sterbenden. Viele haben noch nie eine Leiche in natura gesehen. Die Medien berichten zwar laufend über Kriege, Hinrichtungen und Katastrophen, bei denen Unzählige sterben. Doch lassen wir nur selten das bedrohliche Gefühl an uns heran, dass es uns persönlich betreffen könnte, dass der Tod uns oder Nahestehende in jedem Moment ereilen könnte. Den Tod scheint es immer irgendwo da draußen zu geben. Nur nicht hier. Osho nennt den Tod den "Höhepunkt des Lebens". Er macht uns Mut die Hände zu öffnen, loszulassen und uns bedingungslos dem Leben anzuvertrauen.
Dezember "Erwachsen werden - Zur eigenen Mitte finden"
Erwachsensein kann sich mit dem Alter einstellen, muss aber nicht. Während der Körper wächst und altert, bleiben die emotionale und geistige Reife vieler Menschen auf dem Stand eines Dreijährigen zurück. In dem Wort Erwachsen sehe ich zweierlei Herausforderungen: Wachstum und Wachsein.
"Sobald du deinen höchsten Wert kennst, bist du reif geworden. Und wer seinen höchsten Wert kennt, der kennt auch den höchsten Wert aller: Alle Wesen sind Buddhas - niemand ist geringer als das. Das gesamte Leben ist göttlich, du gehst, wohin du auch gehst, auf göttlichem Boden." (Osho)