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Den Zeugen stärken

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Osho-Meditation

OshoTimes 11/2010

Beobachte! Nimm deine Gedanken wahr und sei ihr Zeuge – ohne jede Beurteilung, ohne jede Verdammung oder Einschätzung … Denn sobald du irgendein Werturteil fällst, ob für oder wider, bist du kein Zeuge mehr, bist du schon am Denkprozess beteiligt. Schweig still und sieh dir einfach nur alles an, was sich auf dem Bildschirm deines Geistes abspielt – so wie du dir einen Kinofilm anschaust. Vergiss nicht, dass du nur der bist, der es sieht.

Und derselbe Ablauf wird es dir ermöglichen, wenn du es auf der ersten Ebene geschafft hast, deine Gefühle zu sehen – die subtiler sind. Aber wer seine Gedanken zu sehen und dabei ein schweigender Zeuge zu bleiben vermag, wird automatisch auch den zweiten Schritt nehmen. Bald wirst du deine Gefühle, Empfindungen, Stimmungen, Emotionen sehen können.

Sobald du über die zweite Schicht hinaus bist, kommt die dritte … sie ist das Tiefste in dir, das Gefühl von „Ich“ – deine Trennung vom Universum. Tatsächlich bist du keinen einzigen Augenblick lang von ihm getrennt, sonst könntest du überhaupt nicht existieren. Du bist in jeder Hinsicht mit ihm im Einklang. Zwischen dir und der Existenz ringsum gibt es tausende von Brücken.

Beobachte nun diese Stille, dieses „Da-sein“, dies Gefühl von „Ich-Bin“; beobachte nur. Es gibt ja sonst nichts zu beobachten, außer einer winzigen Grenzlinie um dich herum.

Indem du die Gedanken beobachtest, löst sich dein Denken auf. Indem du die Gefühle beobachtest, lösen sich deine Gefühle auf. Indem du dein Sein beobachtest, hörst du auf, getrennt zu sein.

Nur der Zeuge bleibt, der deine ewige Wirklichkeit ist. Und der hat nichts mit dir zu tun: er ist universell. Dein Zeuge und mein Zeuge sind ein und dasselbe. Wo immer Zeugesein stattfindet, ist es dasselbe. Es kennt keine räumliche Entfernung und keine zeitliche Entfernung. Für den Zeugen gibt es keinen Raum und keine Zeit; er ist grenzenlos.

Bevor du an diesen Punkt gelangst, ist alles andere „die dunkle Nacht der Seele“. Mit deiner Ankunft bei diesem Zeugesein beginnt der herrliche Tag der Seele. Damit geht eine Sonne auf, die nie mehr untergeht.

Aber es bringt nichts, mir einfach nur zuzuhören. Du wirst dies so oft wie möglich üben müssen. Und dafür brauchst du keinen Termin anzusetzen … dass du dich eine Stunde oder 20 Minuten lang wirst hinsetzen müssen, um Zeuge zu sein. Wenn du Zeit dafür hast, kannst du dich zwar still hinsetzen und Zeuge sein, aber notwendig ist das nicht. Du kannst ruhig mit deiner Arbeit fortfahren und dennoch Zeuge sein.

Worauf es ankommt ist, dass du deinen Zeugen mehr und mehr stärkst, so dass er dich befähigt, jegliche Identitäten abzustreifen. Nur ein starker Mensch vermag auf alle Identitäten zu verzichten.

Und um zur absoluten Stille zu gelangen … da gibt es Licht, ein Licht, das nie begann und nie endet. Und wenn du willst, gehört es dir. Und das ist nicht so schwer, wie es euch die Religionen seit jeher weisgemacht haben. Wenn du auf der Straße läufst – was kann dich hindern? Warum kannst du nicht einfach dein Gehen beobachten? Es kommt nicht darauf an, was du beobachtest, sondern dass du beobachtest. Alles hilft, dich darin zu bestärken, Zeuge zu sein.

Seht ihr euch z.B. einen schönen Sonnenuntergang an, dann verliert euch nicht bloß darin, vergesst euch selber nicht. Erinnert euch daran, nur ein Seher zu sein. Ihr könnt rund um die Uhr Zeuge bleiben, ohne dass irgendwer mitkriegt, dass ihr irgendwas macht. Religion ist nicht etwas, das man der Welt kundzutun braucht, sondern etwas, das ihr mit euch selber ausmachen müsst.

Fangt jetzt gleich damit an.

Diese ungeheure Stille … Tausende von Leuten, aber es ist, als wäre niemand da … beobachtet einfach nur. Ganz in der Ferne ein brummendes Flugzeug … du bleibst nur Zeuge. Und dann übe immerzu genau das, egal, was du machst – essen, duschen, irgendeine Arbeit im Garten, auf dem Feld … Es kommt nicht drauf an, was du tust, sondern darauf, dass dein Zeuge immer dabei ist.

Am Anfang wirst du es immer wieder vergessen, denn seit vielen Leben bist du nie ein Zeuge gewesen, bist du immer nur ein Macher gewesen. Also ist es nur eine alte Gewohnheit. Alte Gewohnheiten sterben zwar langsam, aber mit Sicherheit sterben sie!

Und alles hängt von dir ab. Je mehr du es zum Dauerprozess machst, praktisch wie Atmen … Du tust, was zu tun ist, und trotzdem atmest du weiter. Du hörst ja nicht zu atmen auf, nur weil du in der Erde ein Loch gräbst.

Das Zeugesein muss genauso werden wie das Atmen.

Es ist tatsächlich das Atmen der universellen Seele in dir.

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