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Editorial

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THEMA

Aussteigen oder Einsteigen – Rein ins Leben

Liebe Freunde,

Aussteigen oder Einsteigen? Rein ins Leben – Aha! Wirklich? Denn beides beruht letztlich auf der Hoffnung, dass sich das Leben ändern möge. Es soll anders sein als jetzt: nicht so fremdbestimmt und zerrissen, sondern sinnvoller, kreativer, glücklicher, intensiver, entspannter … alles Leere soll voll sein und diese Fülle soll glücklich machen.

Wer aussteigt, verlässt sein übliches Leben. Das Alte wirkt abgestorben, leblos und leer. Umfeld, Lebenssinn, Beziehungen und Arbeit sind entweder zu langweilig geworden oder aber zu aufreibend und damit unerträglich. Etwas Neues verheißt etwas Besseres. Doch sich selbst kann man nicht entrinnen. Alles Unerledigte klopft bald wieder an … die gleichen Scherereien, die gleichen Trips in neuer Verkleidung: Die neue Freundin entpuppt sich als ebenso streitsüchtig wie die alte, der neue Chef ist auch unausstehlich, überall wieder stören dieselben Idioten, gewinnen tun nur die anderen, und die ­Versicherung ist futsch! Wie sagte mein spießiger Lehrer: "Die Hippies von heute sind die Zahnlosen von morgen."
Ob neue Projekte, Jobs, Beziehungen, ob neue Länder oder ein neuer Guru – das Äußere mag völlig anders sein, die Vorstellungswelt bleibt doch die gleiche. Man landet letztlich immer bei sich selbst. Wo geht es denn da noch hin?

Rein ins Leben. Genau. Aber was ist Leben … es kann ja wohl kaum meiner Vorstellungswelt entspringen, denn die habe ich satt. Meine Gedanken sind wie herumstreunende, digitale Bots, vorprogrammiert von anderen. Sie spinnen ständig irgendwelche Geschichten zusammen und legen mich fest: "Tu dies, tu das und da geht’s lang!" Und ich glaube ihnen auch noch und halte sie für wirklich. Außerdem ist die Unsicherheit, wenn ich nicht spure und mich dem unbekannten Neuen überlasse, schwer zu ertragen.

Doch Übung macht den Meister. Nicht umsonst legt uns Osho immer wieder ans Herz, zu meditieren und nicht alles für bare Münze zu nehmen, was uns unsere Gedanken, Gefühle und Ängste vorgaukeln. Das Wichtigste beim Meditieren ist das "Ich bin", mein Sein. Da löst sich über kurz oder lang dieses Ich auf und das Sein übernimmt alles. Also gibt es gar kein Aus- und Einsteigen. Mein Sein ist dasselbe wie Leben. Die große Kunst besteht darin, mich dem zu öffnen … nichts zu tun, einfach nur da sein. Es ist so einfach und doch so schwer.

Rein ins Leben – wahrscheinlich geht es um einen Paradigmenwechsel … darum, auf alles gefasst zu sein. Und wie sieht das praktisch aus? Es ist ein großes Ausprobieren, den Impulsen zu folgen, die aus diesem Nichts, aus der Leere in der Meditation aufsteigen. (Und wer garantiert, dass diese richtig und stimmig sind? Schon mischt sich der Verstand wieder ein!)

Einen schönen Rahmen für die Erforschung des Lebens ist ­Oshos Dreiklang von Leben-Lieben-Lachen. Das stärkt den ­Lebensmut und bringt Körper, Gedanken, Herz und Seele in Einklang. Und was will man mehr?
Wie sagt doch Osho: "Es geht nicht um den Frieden des ­Geistes, sondern um den Frieden jenseits des Geistes."

Viel Spaß beim Lesen!

Anandi

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