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Editorial

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Editorial

THEMA

Mach’s dir schön!

Liebe Freunde,

"Mach’s dir schön!" ist das Thema dieser Ausgabe. Es geht um Schönheit, Anmut und ­Natürlichkeit.

Das Schöne bezaubert uns. Es lässt uns überrascht staunen, ob es sich nun anmutig, leicht und mit unbekümmerter Eleganz einbringt oder wild, verwegen und mutig auftrumpft. Jeder fühlt sich in seiner Nähe wohl; denn wahre Schönheit ist immer unschuldig, einzigartig und in sich stimmig. Sie wirkt allein durch unverfälschte Gegenwart und es ist eine Gnade, sie wirklich erkennen zu können, statt sich von falschem Glanz beeindrucken zu lassen.
Manchmal ist ihre Präsenz so überwältigend, dass ich stumm und fassungslos werde: Sie ist ganz einfach nicht von dieser Welt. Alle Sinne sind offen, nichts steht im Weg: Das sind Momente der Auflösung, des Einswerdens mit dem Sein.

Und schon will ich mein Glück vergrößern, will mehr davon, es mit aller Welt teilen, verdoppeln, vervielfachen: "Oh, guck mal! Wie schön!" Doch damit vertreibe ich den magischen Augenblick. Haben oder Sein ist auch hier die große Frage. Kann man es sich also überhaupt "schön machen"?

Man kann’s ja mal versuchen. Kann sein Leben aufräumen, ordnen, klären, sich auf das Wesentliche besinnen und sich dem Schönen im Leben zuwenden. Doch schnell stellt sich heraus, dass dieser Weg viel Hingabe und aufrichtige Selbsterforschung erfordert; immerhin lernt man dabei, was Spreu ist und was Weizen. Ein Leben im Wohlfühlpark mit künstlichem Paradies ist nicht frisch und lebendig. Und etwas Unschönes wird auch durch Schminke, kostbare Kleider, vornehmes Benehmen und eiserne Disziplin nicht schöner. Das Instandhalten erfordert eine Menge Energie und Lebenslügen und blockiert jede echte Entfaltung. Zudem lassen sich lästiger Weltschmerz, Langeweile, Überdruss und Leere selbst mit ausgeprägter Dickköpfigkeit nicht vertreiben.

Aktives Tun reicht also nicht. Die Einstellung macht’s! Es verändert mein Leben enorm, ob ich mich damit zufrieden gebe, mich ferngesteuert, stumpfsinnig und voller Angst durchzurackern. Oder ob ich den Mut aufbringe, mein Leben ehrlich und aufrichtig selbst in die Hand zu nehmen. Sobald ich mein Leben achte und wertschätze, wachsen ihm Flügel. Dasselbe gilt auch für all meine Talente und kreativen Fähigkeiten. Nun beginne ich sie zu vertiefen und zu verfeinern und in den Dienst von etwas Größerem zu stellen. Je näher ich dabei der Wahrheit komme, desto mehr verdunstet die Frage aller Fragen: "Wer bin ich und was will ich?"

Osho lehrt uns zu leben, zu lieben und zu lachen; er sagt: "In eurem Innern verborgen sind satyam, shivam, sundram – das Wahre, das Göttliche und seine überwältigende Schönheit. Das ist das Saatkorn; hegt und pflegt es, und nicht lange, so wird ein Baum in euch wachsen, der seine Äste mit Millionen von Blüten in alle Himmelsrichtungen ausbreitet. Doch du selbst bist der Anfang, und solange du nicht in deinem innersten Sein beginnst, brauchst du gar nicht erst zu beginnen."

Viel Spaß beim Lesen.

Anandi

Foto: © viramo.lim@gmail.com

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