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Editorial

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THEMA

Das innere Kind

Liebe Freunde,

Kinder lieben Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit ist Liebe. Was stellen sie nicht alles an, damit man sich ihnen endlich widmet und in ihr Kinderland eintaucht. Mit ihnen lacht und spielt und tobt, oder leise Geschichten erzählt und auf dem Sofa kuschelt.
Auch in jedem von uns steckt ein Kind. Und dieses hat einen enormen Einfluss auf unser Lebensgefühl. Den einen lässt es glücklich, verspielt und begeistert durch den Tag taumeln, beim andern führt es ein Schattendasein, leidet einsam, traurig, stumm und zutiefst verletzt vor sich hin. Oder macht seiner Umgebung das Leben zur Hölle – tyrannisiert alle, quengelt, beschuldigt und fordert oder ist ständig wütend. Drama, Attacke, Sieg!

Das innere Kind ist einfach da; und das lässt sich therapeutisch nutzen. Es ist die Erlebniswelt unserer Kindheit, mitsamt all den frühen Prägungen und Eindrücken, die wir aufgenommen und in unserem Gehirn abgespeichert haben. Meist fehlen ihm Worte, da diese unbewussten Eindrücke aus einer Zeit stammen, wo das Baby noch nicht sprechen kann. Und doch birgt dieser Anteil den Schlüssel zu unseren tiefsten und intensivsten Gefühlen, aber auch zu all den unbewussten Traumata und Verhaltensmustern, die uns im Erwachsenenleben große Probleme bereiten und immer wieder aufs Neue verzweifeln lassen: all der Kontrollzwang, die Angst verlassen zu werden, der Schmerz, zutiefst falsch, wertlos und beschädigt zu sein. Gerade wenn uns jemand nahekommt, erscheinen diese unheilvollen Muster und verderben die schönsten Momente.

Aber das innere Kind steht auch für meinen eigentlichen Wesenskern. Den Bereich meiner Seele, wo ich unschuldig, natürlich und ohne Falsch bin.
Wo alles okay ist. Wo ich entspannt und mit Herzensruhe sagen kann: "So bin ich!"
Aus dieser Quelle entspringen überschäumende Lebenslust und Spielfreude, Fantasie, Neugier, Tatkraft, spontaner Witz und Humor. Hier bin ich empfindsam und mit allem verbunden. Und unschuldig staunend. Das göttliche Kind. Es kennt die Wahrheit und kann jedes falsche Getue sofort durchschauen, selbst wenn es sich noch so geschickt verbirgt. Es ist sich absolut sicher, dass alles gut werden wird. Selbst die Weisesten verbergen sich vor seiner Größe.

Aber da ist ja auch noch der Erwachsene. Dieser Teil in uns, der in die Jahre gekommen ist, und dabei hoffentlich an Bewusstsein und Reife gewonnen hat. Wie geht er mit seinem kindlichen Kern um? Hat er ihn liebevoll angenommen und sorgt gut für seine Bedürfnisse? Lässt er ihm Spielraum? Und ermöglicht sich ein Leben in freundlicher Umgebung? Ist er der Große, auf den das Kleine sich verlassen kann?

Das innere Kind ist eine Wesenheit. Wer kennt nicht diese Augenblicke in seinem Leben, wo sich plötzlich das innere Himmelreich auftut: bei einem schönen Spaziergang, beim Musizieren, beim Spielen mit Farbe und Stift, wenn die Vögel singen und die Kinder lachen, wenn die Sonne scheint und weicher Regen das Gesicht streichelt, wenn die Blumen ihren Duft verströmen, wenn einfach alles im Fluss ist und ganz von selber passiert.
Osho zeigt den Weg dahin: Meditation. Vielleicht wird es dem inneren Kind anfangs etwas langweilig dabei, doch nach und nach lernt es: Meditation bringt Bewusstheit. Und Leben, Lieben, Lachen. In solch einem Lebensstil fühlt sich jedes Kinderherz zu Hause. Ein Herz und eine Seele mit dem Großen.

Viel Spaß beim Lesen!

Anandi

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