Einträge: Beiträge | Kommentare

Newsletter

Editorial

Kommentare deaktiviert für Editorial
Editorial

THEMA

Achtung Abenteuer

Liebe Freunde,

Abenteuer – Bilder von Aufbruch und Abreise steigen auf: runter vom Alltagssofa, raus in die Wildnis, Forschungsreisen, Grenzen überschreiten, den Elementen trotzen, knisternde Feuerproben, die das Leben neu entfachen. Die Kulissen könnten vielfältiger nicht sein – dichte Dschungel, steile Felswände, peitschende Meere, verbotene Liebesnächte, eine Rede vor vielen Leuten, sich verletzlich zeigen oder auch die erste Dynamische Meditation … bei jedem Risiko, jedem Wagnis ist man ganz auf sich gestellt und wird mitten in die akute Gegenwart geworfen.

Ein echtes Abenteuer kommt von selbst. Der Impuls, sich darauf einzulassen, muss ganz von innen ausgehen. Es ist kein hastiges Ablenkungsmanöver aus Langeweile oder Adrenalinsucht. Sondern entspringt dem Wunsch nach einem frischen Leben mit seinen unendlichen Möglichkeiten, nach freudiger Erregung. Dafür nimmt man auch gern seine Ängste und alle Gänsehaut in Kauf. Was man möchte, sind ja Momente ohne Kontrolle, ohne Sicherheitsnetz, in denen man sich ganz dem Leben aussetzt. Trotz gespannter Vorfreude weiß man genau: Es kann auch schiefgehen. Man kann scheitern, sich ver­irren, ja, sogar sterben. Dazu gehört Mut, Geduld und die Bereitschaft, sich Unwägbarkeiten zu stellen. Doch die Faszination treibt in unbekannte Welten, in die man sich sonst nie getraut hätte.

"Abenteuer" leitet sich vom lateinischen Wort advenire/adventus ab – übersetzt: ankommen, Ankunft. Es geht also hier gar nicht um ein Weggehen, sondern um ein Ankommen. Aber wer oder was kommt denn da an? Und vor allem wo?
Hier zeigt sich, was ein echtes Abenteuer ist: Es führt zum Paradigmenwechsel. Meine Einstellung ändert sich von Grund auf und richtet sich aufs Wesentliche aus. Ich komme bei mir an. Unerfüllte Wünsche spielen nicht mehr die Hauptrolle. Das "Was ist jetzt?!" führt mein Leben. Vorsichtig spüre ich die Vorhaben, Absichten und Ziele auf, die mich beherrschen – all diese übernommenen Ideen, wie ich sein soll, was ich haben soll, wohin ich gehen soll – und mache mich frei von Fremdbestimmung.
Mit jeder Feuerprobe wächst meine Bereitwilligkeit, mich tiefer auf das einzulassen, was wirklich ist. Keine voreiligen Urteile mehr. Staunen, wie sich ­alles fügt. Ich brauche nichts mehr zu erobern, ­erkämpfen, erzwingen, sondern lasse auf mich zukommen, was das Leben mir bringt – und mich ­davon leiten. Ein echtes Abenteuer. Immer überraschend. Ein sicheres Ja im Bauch bestätigt, dass ­alles stimmt. Meine Sinne öffnen sich, so wie die ­Natur nach einem erfrischenden Regenschauer aufatmet. Da kann ich selbst schwere Zeiten überstehen. Denn trotz aller Warnungen weiß ich: Solche Brände vernichten das Alte und schaffen Raum.
Viel Raum. Und in dem kann alles Mögliche ­passieren!

Osho: "Der Neue Mensch wird besser im Gegenwärtigen verwurzelt sein, unbelastet von der Vergangenheit, offener für die Zukunft, für das Abenteuer des Neuen. Er wird sich einzig und allein dafür begeistern, das Neue zu entdecken statt das Alte zu wiederholen. Ununterbrochen etwas Neues zu entdecken, etwas Neues zu kreieren, etwas Neues zu sein."

Viel Spaß beim Lesen!

Anandi

Keine Kommentare mehr möglich.