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Editorial

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Editorial

THEMA

Reifezeit

Liebe Freunde,

Was der Weg mit Osho uns lehrt? Hmmh … Kann man Dasein ­lernen? Ich weiß es nicht.
Und doch – und das habe ich ausprobiert –, erst wenn ich ­innehalte, durchatme und mich entspanne, beginne ich dieselbe Präsenz zu spüren, die ich mit Osho verbinde – ein leicht fließendes, alles verbindendes, stilles Sein. Es weckt Mitgefühl, Vertrauen, Spielfreude. Inzwischen erkenne ich das immer öfter.

Meiner Zeit mit Osho verdanke vor allem die Einsicht: "Dieser Augenblick ist ein Geschenk. Nimm es an und freu dich. This is it!" Was dabei reift? Dankbarkeit, Gelassenheit und Hingabe an das, was das Leben mit sich bringt. Und ja, nicht zu vergessen: eine wachsende Offenheit für Überraschungen. Sie bringen neue Erkenntnisse und mittlerweile ahne ich, dass hier etwas Unvorstellbares Regie führt. Immer wieder zeigt es auf das, was im Leben wirklich zählt – da sein, einfach nur da sein.

Doch mein Kopf macht mir ständig weis, dass alles andere so viel interessanter wäre, kulturell anspruchsvoller und lebensnotwendiger! Wovon soll ich denn leben, wenn ich mich nur noch auf den Augenblick einlasse, stumm beobachte und bewusst bin? Bezahlt das etwa meine Rechnungen? Und gibt es außer dem nichts Spannenderes, als den ­spirituellen Vogel Strauß zu geben? Zum Beispiel Endorphine, Lust und Rausch und Informationen. Man kann sich auch über die korrupte Welt aufregen, über Trump und Papst und Fußball, über die Dummheit, Willkür, Arroganz und Ignoranz der anderen. Ebenso wäre es nicht schlecht, etwas schneller reich zu werden und wenn’s geht auch etwas heiliger. Und schon haben mich Entertainment, ­Empörung, Gier und Selbstverbesserung in ihren Klauen.

Doch unser Meister versteht es unnachahmlich, uns immer wieder wachzurütteln. Witzig, genial, liebevoll und gnadenlos entlarvt er alle Selbstgefälligkeit, lässt weder Angst noch Vorwand gelten.
Seine Präsenz macht Mut auf ein frischeres Leben: "Spring! Jetzt! Du kannst es!" Aha! Ich fasse mir ein Herz und öffne mich. Das Leben ist doch anders, als ich es mir vorstelle. Ich muss gestehen, dass ich nicht mehr Bescheid weiß. Doch brauche ich hier nicht Bescheid zu wissen. Was nötig ist, kommt zu mir. Ich bin in besten Händen. Mein Blick wird weiter, die Angst weicht, loslassen, da sein, frei sein.

Oshos Vision – unermesslich. Was genau ein jeder für sich daraus schöpft und als Lehrstück in sein Leben nimmt, ist so individuell, wie es Menschen gibt. Osho sagt, er habe nur eine einzige Medizin, doch die verpacke er immer wieder anders, damit seine Leute sie auch ausprobieren – mal abenteuerlich und aufregend, mal lustig, erhellend und weise, mal als hochkarätiges, erlösendes Nonplusultra. Sein Elixier zu einem natürlichen, echten Dasein, zum Heil-, Ganz- und Gesundwerden, ist – immer wieder aufs Neue – Meditation.

Das befreiende Klima seiner Vision schärft eine sensible Intelligenz, die mich immer öfter erspüren lässt, was stimmig ist und was nicht. Ich erkenne mein Alleinsein. Sehe meine Eigenverantwortung: Letztendlich liegt es an mir, wie mein Leben ist – ob dunkel oder hell, ob wahr oder voller Lügen, ob schmerzhaft und düster oder liebevoll und erfüllt. Der Weg bin ich selbst. Und alles andere auch.
So nah ist es; es geht nicht von hier nach da.
Genau wie Osho sagt.

Viel Spaß beim Lesen!

Anandi

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