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Editorial

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THEMA

Einfach gut verbunden

Liebe Freunde,

"A Gathering of Friends", so nennt Osho seine Buddhafeld-Kommune – eine Zusammenkunft von Freunden. Er selbst bezeichnet sich als unser Freund. Doch diese Freundschaft ist eine so unendlich Größere, als wir sie uns vorstellen können. Osho ist und bleibt unser verbindendes Element. So sind wir alle einfach und gut miteinander verbunden. Aber was heißt das?

"Gemeinschaft" … dieses Wort verspricht ein starkes Wir-Gefühl, ein vertrauensvolles Zusammensein – Geborgenheit, Eintracht, wechselseitige Hilfe, Treue und ein tröstendes „Nie wieder allein!“ Doch das Paradoxe an unserer sogenannten spirituellen Kommune ist, dass es hier bei allem Gemeinschaftsgefühl vor allem darum geht sich auf sein innerstes Alleinsein einzulassen. Denn all meine Erwartungen und Wünsche nach einer alternativen Familie, nach liebevollem Nestgefühl, kumpelhafter Verbundenheit oder einer sich gegenseitig befruchtenden Interessengemeinschaft – all diese Bande entpuppen sich über kurz oder lang als ernüchternde Sackgassen. Statt tiefer zu führen, lösen sie sich in Luft auf, enden in verbitterten Kämpfen, schmerzhaften Trennungen oder in resigniertem Ertragen des anderen. Wie auch in anderen Beziehungen.

Und was ist aus der viel gepriesenen Liebe und Freundschaft geworden? Aus dem rauschenden Hoch beim gemeinsamen Meditieren, Feiern, Lieben und Lachen, dem sich gegenseitigen Aufrichten, Aufmuntern, Zuhören und Beruhigen? Und nun, plötzlich – man kann es kaum glauben – Vorwürfe, Enttäuschung, Empörung, Verletzung, Schmerz, Rückzug, Bruch. Und natürlich ist der andere schuld. Oder es hatte halt nicht sein sollen.
Hmmh …
Da helfen mir auch nicht Oshos Worte: „Freiheit ist das höchste Gut“ und „Eure Liebe hat nichts mit meiner Liebe zu tun“. Mit den Trümmern meiner Träume muss ich nun selbst klarkommen. Und auch noch Verantwortung für mein gekränktes Ego, meinen verletzten Stolz und meine Bedürfnisse übernehmen.

In Oshos Kommuneleben geht es eben nicht nach meiner Nase. Da regiert die Wahrheit! Ich mag mich noch so gut durchschlängeln können – meine Schattenseiten kommen trotzdem zum Vorschein. Irgendwer stört sich bestimmt daran! Und schon landet alles Unnatürliche, Selbstsüchtige, Unehrliche und Scheinheilige in mir auf dem heißen Stuhl. Wer bin ich wirklich? Darum geht es.
Die vielfältigen Spiegel um mich herum werfen ein buntes Bildnis meiner selbst zurück, und nicht unbedingt ein Angenehmes. Es gehört Mut und Bereitschaft dazu, sich seine ungeliebten und verdrängten Anteile einzugestehen und sie zu akzeptieren. Nicht einfach. Verständlich, dass ich sie lieber anderen unterschieben möchte. Die sind dann halt aggressiv, faul und verlogen, eifersüchtig, hinterhältig und überhaupt arme Würstchen! Ich jedenfalls nicht! Doch leider aber projiziere ich auch meine lichten Seiten auf andere und renne ihnen dann verzweifelt hinterher …

Was also hält mich in diesem schonungslosen Spiegelkabinett? Für mich ist es Oshos Präsenz, diese unermesslich tiefe, machtvolle und gleichzeitig so samtige, leichte und erfrischende Energie, die ich in meinem Herzen spüre. Sie ist meine Quelle. Sie sprudelt in mir und meinen Weggefährten, wenn wir gemeinsam in Stille sitzen, uns ohne Falsch in die Augen blicken und einfach nur Danke! fühlen. Erleuchtung garantiert? Ganz sicher!
Es gibt keinen Ausweg!

Anandi

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