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Editorial

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THEMA

Älter werden, heiter bleiben

Liebe Freunde,

Älter werden – heiter bleiben" ist diesmal unser Thema. In der Wetterkunde bezeichnet "heiter" einen bestimmten Zustand des Himmels, nämlich "dass weniger als zwei Achtel und mehr als ein Achtel des Himmels mit Wolken bedeckt ist." Ein bisschen Wölkchen bleibt. Herrlich, das passt doch!

Älter werden … was heißt das denn? Es gibt kein festes Lebensalter, denn aus dem Blauen heraus kann man sich in wenigen Sekunden um Jahre jünger fühlen. Doch der Körper durchläuft Alterungsprozesse. Erst wächst er zur vollen Größe heran; dann hört es nach und nach auf, die Funktionen fahren runter, Organe, Knochen, Nerven und Beweglichkeit lassen nach, dafür häufen sich Falten, Zipperlein und Gebrechen: Der Tod rückt näher.
Auch das Denken altert: Anfangs übernehme ich anderer Leute Worte und Gedanken, dann setzt das Gehirnsurfing ein, um das angesammelte Wissen auszuwerten und anzuwenden. Obwohl es aus der Vergangenheit stammt, halte ich die daraus gezogenen Schlüsse für die Wirklichkeit. Und schon stecke ich fest im Denkapparat. Seine Winkelzüge halten mich beschäftigt, spiegeln mir Höhenrausch und Seligkeit vor, führen mich aber auch in trostlose Abgründe mit erschreckenden Gefühlen. Und dann nenne ich diese Gemengelage mein Leben. Das ist der Knackpunkt!
Selbst alle Kniffe und Tricks, mir den Himmel wieder aufzuhellen, verlieren irgendwann ihren Charme. Ich sitz in der Falle. Gequält bekämpfe ich das Leben, berausche mich oder gebe ganz auf. Jetzt wäre es Zeit für die Frage: "Wer bin ich wirklich?" Wenn ich ihr nachgehe, lerne ich das eigentliche Leben kennen!
Es ist ein großes Abenteuer, diese Reise zu mir selbst. Sie führt mich in die alterslose Freiheit.

Die Jugend bekommt aufgrund ihres Äußeren – das junge Aussehen, die junge, unbekümmerte Energie, die sie sorglos durchs Leben brausen lässt – viel Motivation und positives Feedback vom Leben. Sie sieht einer langen Zukunft entgegen mit viel Raum für unzählige Wünsche – da kann noch viel passieren! Im Alter aber muss ich aus mir selber schöpfen, die Zukunft schrumpft, die Vergangenheit wird immer länger, meine Aktiva versiegen zusehends: Da kommt meinen Lebensgeistern eine innere Quelle bestens gelegen.

Mit Hilfe von Oshos Lehre "Leben, Lieben, Lachen" erledigen sich meine Hausaufgaben wie von selbst. Die Frage "Wer bin ich?" bestimmt meinen Alltag und meine Innenwelt. Ich muss nicht mehr von hier nach da und erkenne, dass all meine so wichtigen Ziele beim Übergang in den Tod von keinerlei Nutzen sind. Das lässt mich immer öfter einfach da sein, mit dem, was gerade da ist, und es verändert meine Haltung: Ich strebe nicht mehr zum Leben hin, sondern lasse es auf mich zukommen. Und tatsächlich: Es holt mich ab und spielt mit mir. Es führt mir liebe Menschen zu, lädt mich zu schönen Reisen ein und ermutigt mich, alles Vergangene loszulassen, im Moment zu bleiben, aufzustehen, teilzunehmen und mit eigenen Mitteln Schönes zu schaffen. Und lässt mich ab und zu voller Mitgefühl wissen, wer hier das Zepter in der Hand hat. Da bin ich einfach nur noch dankbar, dass das jetzt so ist. Der beste Rausch ist eindeutig nüchtern!
Selbst wenn ein kleines Wölkchen bleibt, es gibt viel Grund zur Heiterkeit!

Viel Spaß beim Lesen!

Anandi

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