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Editorial

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THEMA

Der Neue Mensch– das unbekannte Wesen

Liebe Freunde,

Der Neue Mensch – das ­unbekannte Wesen … So vielversprechend und geheimnisvoll! Und wer soll das denn sein? Offenbar das höchste Ziel eines jeden engagierten Meditierers: die makellose Lichtgestalt, Retter und Tröster in einem. Für dieses Wesen ist die Welt ein Urlaubsparadies. Welch schönes, lichterfülltes Bild! Mein Ehrgeiz ist geweckt, so will ich auch werden! Nur was kann ich armer Wicht dafür tun? Und kann man überhaupt etwas dafür tun? Oder ist es eine Gnade, auf die ich keinen Einfluss habe? Der neue Mensch – jeder versteht etwas anderes darunter. 
Nach Oshos Vision geht der neue Mensch aus einer stillen, inneren Revolution hervor. Er feiert alles im Leben, was ihm begegnet: ob Licht oder Schatten, ob Glück oder Leid. Osho nennt ihn "Zorba the Buddha" – die gelungene Verschmelzung eines lebensfrohen Sorbas mit dem stillen Meditierer in uns, anders gesagt: die Verschmelzung des Irdischen mit dem Göttlichen und des Göttlichen mit dem Irdischen. Die letztmögliche Freiheit.
Der neue Mensch kennt alle Härten des Lebens und vertraut dabei in aller Unschuld auf die Kraft, die unser aller Leben lenkt. Zuversichtlich, bescheiden, gelassen, dankbar und … ohne abspaltenden Egoismus. Ist das überhaupt menschenmöglich?
Das ist das Wunderbare an Oshos Vision – es gibt kein Ziel zu erreichen. Ihm geht es ums Sein und nicht ums Haben. Und darauf kann sich jeder immer wieder neu besinnen, in jedem Moment. Vielleicht ist dies ja gerade das Neue. Ich bin immer wieder überrascht, was sich da so alles offenbart, wenn ich mich auf diesen Moment einlasse und nach innen gehe. Unerwartet und auf jeden Fall unbekannt. Aber, wie kann man etwas erkennen, das der Kopf nicht kennt? 
Es ist im Herzen spürbar. Es kennt den Weg zu meinem Innersten, zur Ursprungskraft, die keinen fremden Regeln folgt. Sie ist einfach nur da und wirkt. Ich muss nichts für sie tun, sie gibt mir zur richtigen Zeit am richtigen Ort die Gewissheit zum Handeln. Wenn ich sie zulasse … 
Denn meist folge ich den Impulsen meines Verstandes und der führt mich stets in die Irre, folgt fremden Gedanken und Anweisungen, die ich von anderen im Laufe meines Lebens übernommen habe. Gierig nach Abenteuer, Aufregung und Abwechslung will dieser unersättliche Tyrann mehr und mehr und mehr … und verschüttet damit alles Unschuldige und Echte in mir. Das tut weh.
Hier setzt Oshos Arbeit an: "Im Innersten bist du eins. Hier bist du lebendig, atmest du, bist du bewusst, regt sich das Leben. Also muss es eine Achse geben, um die sich das Rad des Lebens dreht. Auch wenn dir das vielleicht nicht bewusst sein mag, ist sie doch da. Ohne sie gäbe es dich nicht.
Das Erste und Allerwichtigste ist: Es geht nicht ums Werden. Du bist. Du brauchst nur nach innen zu gehen und es zu sehen. Es ist eine Entdeckung, keine Leistung. Mir geht es hier nur darum, euch darauf hinzuweisen, dass nichts weiter nötig ist. Es ist bereits in euch, existiert in eurem Innern. Aber ihr müsst euch Zugänge dahin bahnen, Türen bauen, die euch hinführen. Der Schatz ist schon da, ihr braucht ihn nur auszugraben. Der Schlüssel ist: Wenn dich etwas freut, bist du zentriert. Freude ist nur die Musik der Zentriertheit. Also lasst diese kleine Einsicht euch leiten: Tut nur, was euch Freude bereitet – andernfalls lasst es."
Der neue Mensch … geht einfach nur ins Hier und Jetzt.

Viel Spaß beim Lesen.

Anandi

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