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Editorial

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Einsam, zweisam, dreisam – Beziehungen

Liebe Freunde,

Wir sind nicht allein auf dieser Welt. Und doch gehören Einsamkeitsgefühle zu unseren tiefsten Schmerzen – dies getrennt von allen anderen zu sein, ungeliebt und heimatlos. Tröstungen wie "Existenz takes care" mögen uns zwar für den Moment beruhigen, doch schon der leiseste Zweifel ruiniert diese schöne Selbsthypnose. Und da steh ich wieder. Einsam und verlassen.

Wer Angst hat, sucht Schutz. Wer einsam ist, sehnt sich nach Liebe und sucht einen Partner. Hormone, Gelüste, die Sehnsucht nach einem innigen Miteinander und Ganzheit sind die Antriebe. Viel Sex, wenig Sex … platonisch … spirituell … ­unsere Erwartungen, Vorlieben und Wünsche sind ziemlich komplex. So entpuppt sich das erhoffte "Wir-Gefühl" bald als idyllisches Wunschdenken und endet meist im Zweikampf: Ich oder Du. Von wegen Zweisam.

Aber was soll dann Dreisam bedeuten? Dass da etwas Drittes hinzukommt, auf das sich beide ausrichten (Und ja, das kann auch eine Dreiecksbeziehung sein). Diese dritte Instanz stabilisiert den gemeinsamen Energiefluss, verbindet, belebt und erweitert die Beziehung – ob als romantischer Traum, gemeinsames Ziel, Projekt, Kinder, Haus, Beruf, Lehrer, Weltanschauung, Glauben oder demselben Meister … der Egoismus rückt dann in den Hintergrund und die Beziehung bekommt eine übergeordnete Bedeutung. In manchen Partnerschaften ist dieses Dritte die gemeinsame Abmachung, sich mithilfe des anderen selbst zu erforschen – dann dient man einander als Spiegel. Nichts deckt meine Schattenseiten so schnell auf wie eine intime Beziehung. Und nichts kann mein Inneres so gründlich öffnen wie die Beziehung zu einem Partner, dem ich vertraue. Dreisam.

Eine gute Beziehung setzt voraus, dass beide die Verantwortung für ihr persönliches Wachstum und ihre Kreativität übernehmen. Oft aber starrt bei Problemen der eine auf den anderen und erwartet, dass er sie ihm abnimmt. Und schiebt ihm die Schuld für seine emotionalen Schmerzen zu. So entsteht ein Klima von Unzufriedenheit, Argwohn und Misstrauen. Liebe und Freiheit rücken dabei in weite Ferne.

Mit Osho im Herzen ahne ich: Transformation kann nur in mir selbst stattfinden. Das wird mir niemand anders abnehmen können. Aber kann ich überhaupt mit mir allein sein und mich selbst akzeptieren, so wie ich bin? Herrscht in mir ein inneres Klima von Liebe und Verständnis, das sich allen bedingungslos mitteilt und das Miteinander aller lebendig macht?

Nach innen lauschen, sich etwas trauen, beobachten, lernen, wachsen, sein – Osho ermutigt mich immer wieder zu der Auseinandersetzung mit der Frage "Wer bin ich, wenn ganz allein?" Mit der gewonnenen Selbsterkenntnis finde ich dann heraus, mit wem ich wirklich ich selbst sein kann und wer wirklich zu mir passt. Eine spannende Entdeckungsreise!

"Lernt erst, allein zu sein. Lernt erst, euch selbst zu genießen. Lernt erst, euch selbst zu lieben. Werdet erst so authentisch zufrieden, dass ihr, selbst wenn niemand da ist, erfüllt seid, überfließt. Wenn keiner bei euch anklopft, ist das völlig in Ordnung: Ihr selbst seid ja da – ohne darauf zu warten, dass irgendwer anklopft. Ihr seid zu Hause … wenn irgendwer kommt, gut, wunderbar. Wenn keiner kommt, ist das ebenfalls wunderbar und gut." Osho

Viel Spaß beim Lesen!

Anandi

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