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Osho Diskurs

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Alles ist schon jetzt vollkommen! Auch du!

Frage: "Habe ich richtig gehört? Hast du wirklich gesagt, man brauche gar nichts tun, um das Elend zu beenden – es sei völlig zwecklos, es zu verschönern oder zu beschneiden?"

Veda, du hast mich absolut richtig gehört. Ja, man kann überhaupt nichts tun, um das Elend zu beenden. Wenn du das Elend immerzu weiter beenden willst, führst du es immerzu weiter herbei. Auf die Art wird es dauerhaft, auf die Art erhältst du es ständig, fütterst du es ständig – denn das Machen erzeugt den Macher. Das Machen erzeugt das Ich und das Ich ist das Gift. Das Machen verspannt dich, das Machen erzeugt die Angst – ob du es machen sollst oder nicht. Das Machen weckt immerzu Ängste, lässt dich ständig zittern – und das ist das Elend. Und das Machen lässt dich nie zur Ruhe kommen. Wie kannst du dich ausruhen, solange du das, was du zu tun hast, noch nicht getan hast? Du darfst dich erst entspannen, wenn es erledigt ist; du darfst dich erst morgen entspannen. Aber das Morgen kommt nie; alles, was kommt, geschieht heute – und du hast immer noch etwas vor. Du opferst dem Morgen dein Heute auf.
Und dies ist die einzige Dummheit, vor der sich der Mensch hüten muss.
Opfere diesen Augenblick nicht dem nächsten auf. Opfert dieses Leben keinem Himmel auf – weder dem ersten, noch dem zweiten, fünften oder siebten. Hört ein für alle Mal auf zu opfern. Lebt den jetzigen Augenblick jetzt. Nur diesen. Opfert ihn nicht, denn der nächste Augenblick mag nie kommen; tatsächlich kommt er auch nie. Ihr opfert diesen für den nächsten und dann wieder den nächsten, und so weiter und so fort … und irgendwann wirst du sterben. Und du opferst immerzu nur. Opfern macht elend, wenn du etwas tust, um das Elend zu beenden. Aber wenn du meinst, etwas tun zu müssen, um das Elend zu beenden, wirst du es niemals beenden können. Aber wenn du mich richtig verstanden hast, und zwar nicht bloß intellektuell – denn ich muss mich einfacher Wörter bedienen … Man kann nichts tun, um das Elend zu beenden. Wenn du das gehört hast, ist sofort Schluss mit dem Elend. Das meint Yoka mit "die Wurzel durchhauen".
Hör mit allem auf, was das Elend beenden soll. Und damit sage ich nicht "Versuche aufzuhören"; sonst geht es wieder los, fängst du wieder an mit demselben Trip – unter einem anderen Namen, einer anderen Flagge. Darum sagt Yoka, dass du die Wurzel unmittelbar, sofort, in diesem Moment durchhauen musst. Auf der Stelle. Jetzt oder nie.

Folgende Anekdote …
Ramakrishna saß unter einem Baum, während seine Schüler arbeiteten. Einer gärtnerte, ein anderer kochte und wieder ein anderer machte etwas anderes. Er aber saß unter einem Baum, wiegte sich hin und her, sang und chantete. Und auf einmal rief er aus: "Das ist es! Jetzt oder nie!"
Und zwar so plötzlich, dass der Gärtner, der Koch und alle, die mit geschlossenen Augen dabeisaßen, ihre Augen öffneten und ihr Tun unterbrachen. Einen Augenblick lang herrschte Glückseligkeit, fühlten sich alle gesegnet. Ramakrishna aber lachte und sagte: "Seht ihr? Ihr sucht ständig danach, dabei ist es da."
Als jemand ihm aus Dankbarkeit die Füße berührte, erwiderte Ramakrishna: "Danke nicht mir. Ich habe ja gar nichts gemacht, sondern einfach nur ,Das ist es! Jetzt oder nie!‘ gerufen – und du hast es gehört. Danke dir selber. Erinnere dich von jetzt an daran. Geh jetzt nicht auf die Reise zu einem Ziel, das Glückseligkeit, Gott, Paradies oder Wahrheit heißt. Sei hier und das Elend ist weg. Wo steckt das Elend? Schau hin."

Veda, sieh hin, jetzt gleich! Wo ist das Elend? Wenn du mich richtig gehört hast, wenn du mich tatsächlich gehört hast: Wo ist das Elend? Existiert es in diesem Moment? Durchsuche dein Inneres. Alles hat angehalten. Es ist so still … Die Segnung ist genau hier …
Und es kann dein Leben lang dabei bleiben, für immer und ewig. So lebe ich, und dies ist auch dein Geburtsrecht. Mache es geltend.
Wenn du aufhörst, das Elend beenden zu wollen, hört es auf – das ist das Wunder. Du verhältst dich einfach nur wie ein Hund. Hast du mal gesehen, wie ein Hund nach seinem eigenen Schwanz schnappt? Und wie er allmählich ausflippt, weil er sich noch sosehr anstrengen mag … dabei liegt ihm sein Schwanz vor der Nase, doch kaum schnappt er zu, ist er weg! Natürlich empört das den Hund. Ein Hund ist schließlich ein Hund. Er reißt sich immer mehr zusammen … reine Logik; alle Hunde sind Logiker. Der logische Schluss daraus ist, dass er nicht schnell genug ist, nur darum entwischt er ihm.

Der vollständige Text kann in der Printausgabe gelesen werden.

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