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Stress, Bewusstsein & Heilung

Dhyan Manish ist ein französischer Heiler, Therapeut und spiritueller Lehrer. Davor war er Sternekoch und Besitzer eines Restaurants. Wir haben mit ihm über Stress, Gesellschaft und Kinder gesprochen.

Das Interview mit Dhyan Manish führte Ole
 

OSHO TIMES: Gibt es Stress in deinem Leben?

Dhyan Manish: Ja, natürlich bin ich manchmal gestresst. Ich mag es zum Beispiel nicht, zu spät zu kommen. Doch wenn ich bewusst atme und mir klarmache, dass Stress Zukunftsangst ist, kann ich entspannen. Die Vergangenheit kann uns nicht stressen und die Gegenwart auch nicht, wenn ich mit Bewusstsein handle. Die Angst liegt in der Zukunft. Stress ist immer eine Angst, in der Zukunft etwas nicht zu erreichen.

Es gibt auch Menschen, die sagen, sie brauchen "positiven Stress", um Dinge zu erreichen.

Stress erzeugt Adrenalin. Für unsere Vorfahren war es ein lebensnotwendiges Hormon, denn es hat schnell Energiereserven aktiviert, um zu kämpfen, sich zu verteidigen oder flüchten zu können. Klar, ein Adrenalinschub kann helfen sich zu konzentrieren. Aber es kann auch extreme Formen annehmen, wie beim Sänger Jaques Brel. Er hat sich vor jedem Konzert übergeben, weil der Gedanke, auf die Bühne zu steigen, ihn dermaßen gestresst hat. Das hat nichts mehr mit positivem Stress zu tun. Normalerweise reguliert sich der Adrenalinspiegel schnell von selbst, aber heute sind wir oft in einem Zustand von Dauerstress.

Was kann man dagegen machen?

Meditation ist ein super Mittel, um Stress entgegenzuwirken. Sie bringt dich in den Moment, nach innen und zu dir selbst. Außerdem lehrt sie dich, die Fallen und Ungereimtheiten des Alltags zu akzeptieren. Plötzlich nimmst du es ganz gelassen, wenn du zu spät bist. Ändern kannst du es eh nicht. Außerdem glaube ich an den freien Willen: Wir haben immer die Möglichkeit, Ja oder Nein zu sagen. Und Stress kommt unter anderem auch dadurch, dass Menschen sich selbst nicht vertrauen und sich verleugnen. Das geht schon mit der Konditionierung im Kindesalter los. Die Erziehung und die Moral lehren uns, uns schuldig zu fühlen, wenn wir nicht den Normen unserer Eltern entsprechen.

An meinem zweieinhalbjährigen Sohn kann ich feststellen: Kinder kennen keinen Stress!

Genau! Kinder sind auf ganz natürliche Weise bei sich und in ihrem Zentrum. Das ist der natürliche meditative Zustand des Menschen. Weil es im tiefsten Inneren keinen Stress gibt. Urvölker kennen keinen Stress. In unserer schnelllebigen Gesellschaft ist Stress hingegen omnipräsent im Alltag. Ich kenne das noch anders. Ich bin in einem kleinen Dorf in der Franche-Compté geboren, in dem es damals noch kaum Autos gab, auch keine Fernseher, Telefone und Internet. Unsere Bedürfnisse waren absolut simpel und essenziell: ein wenig zum Essen und Heizen und ein Platz zum Schlafen. Nichts anderes wurde gebraucht. Heute weckt die Konsum- und Profitgesellschaft in uns ständig neue Begierden, die subtilen Stress erzeugen. Wenn ich Angst davor habe, dass mir was fehlt, wenn ich mir etwas nicht leisten kann, bin ich gestresst.

Heißt das, mit Geld hat man weniger Stress?

Nein. Reichtum potenziert den Stress, weil man nie vollständig zufrieden ist und immer noch mehr Geld braucht. Die Begierde ist letztlich unstillbar – es kann immer noch etwas Besseres, Neueres oder Schöneres sein, um eine Illusion dessen, was unser eigenes Leben ist, zu inszenieren. Unser Verstand wird vom Verlangen gesteuert und das ist wie ein Sieb – es muss immer nachgeschüttet werden und ist niemals voll. Wir können uns darüber aber bewusst werden, und haben den freien Willen, Nein zu sagen. Je mehr wir unseren freien Willen bewusst benutzen, desto mehr regeln sich auch unsere Probleme.

Wie kann ich denn meinen freien Willen unterscheiden von einem Willen, der durch Verlangen gesteuert ist?

Ich nehme einmal ein drastisches Beispiel: Selbstmord! Der Mensch ist das einzige Wesen, das die Entscheidung treffen kann, sich selbst umzubringen. Diesen freien Willen, diese Bewusstheit gibt es nirgends im Tierreich. Wir können Bewusstheit nutzen, um Dinge zu erschaffen oder Dinge zu zerstören, aber in erster Linie müssen wir uns dieser Möglichkeit erst einmal bewusst werden. Bewusstsein ist keine Errungenschaft, die der Mensch automatisch in sich trägt. Es muss wachsen und sich entfalten können. Osho hat darüber viel in Bezug auf das Überleben der Menschheit gesprochen, wie die Menschheit mehr Bewusstsein erlangt.

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www.institut-manish.de
www.dhyanmanish.com

Der vollständige Text kann in der Printausgabe gelesen werden.



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