Einträge: Beiträge | Kommentare

Newsletter

Gemeinsam unterwegs

Kommentare deaktiviert für Gemeinsam unterwegs
Gemeinsam unterwegs

Wie in Peking auf der Straße
oder: Wo geht’s hier lang?

Die alten Führungssysteme funktionieren heutzutage nicht mehr. Unser digitalisiertes, globales und schnelllebiges Zeitalter braucht neue Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit, um die gegenwärtigen Herausforderungen stemmen zu können. Da geht es besonders auch um die Anpassungsfähigkeit von uns allen, Dinge anders zu machen, als wir es gelernt haben.
Das UTA Institut in Köln bietet mit dem "Next Leadership Training" eine Ausbildung an, die in Richtung eines ganzheitlichen Lebens und Arbeitens geht. Wir befragten die Gruppenleiter zu ihrer Arbeit. Die Hauptfrage dabei: "Wie kann ich in dieser komplexen Zeit eine Organisation, zu der ja neben Firmenstrukturen auch jedes einzelne Leben gehört, führen, wenn ich selbst den Weg nicht kenne?"
Antwort: Meditation gehört einfach dazu!

Text: Jivan und Khailash

Osho Times: Wieso nennt ihr euer Training "Next Leadership"? Wie kommt es, dass sich auch Firmen dafür öffnen?

Jivan  &  Khailash: Organisationen und Firmen haben keine andere Wahl, als ihr bisheriges Führungssystem zu überdenken, da es heutzutage immer weniger funktioniert. Vieles wird immer komplexer, nicht zuletzt weil es globaler und digitalisierter geworden ist und immer schneller wird. Ebenso spielen die Menschen in dem alten System nicht mehr mit, denn sie erkennen, dass es dysfunktional ist. Einige werden krank, kündigen innerlich oder real.
Dass dies so ist, merken die Firmen ebenso wie die Geschäftsführer und Vorstände. Die Digitalisierung treibt Organisationen zur Veränderung. Zu Beginn ist es wohl eher ein Müssen als ein Wollen, was sich aber oft bald ändert. Denn dann erkennen sie, dass es nicht um die Digitalisierung geht, sondern tatsächlich um neue Formen der Zusammenarbeit und Kommunikation. Das stellt das Verständnis von Führung auf den Kopf. Und da sich Organisationen nur ändern, wenn die Menschen sich ändern, beginnt diese Welle diesmal eher in der Firmenwelt; diese spürt den Druck meist deutlicher als einzelne Individuen.
Wir nennen das Training "Next Leadership", weil es einfach die nächste Entwicklungsstufe zu dem bisherigen darstellt. Es kommen ganz andere Denkansätze und Prinzipien zum Tragen. Die müssen wir kennenlernen und umsetzen, damit es funktionieren kann. Das heißt nicht, dass das Bisherige komplett verschwindet, aber es kommt etwas Neues hinzu, sozusagen die Next-Stufe.
Es ist eine wundervolle Arbeit. Plötzlich sagen Menschen, die vorher mit Meditation nichts am Hut hatten, in dem Training: "Also dem stimme ich ja ganz und gar zu, aber ohne Meditation oder Stille ist das doch alles kaum umsetzbar, oder?" Da kommen auf einmal zwei verschiedene Welten ganz von allein zusammen. Für viele ist das auf der individuellen Ebene ein sehr intensiver Prozess mit sich selbst. Und damit ist dieses Training in der UTA-Akademie optimal verortet.
Letztendlich steht "Next Leadership" für die Anpassungsfähigkeit von uns allen, Dinge anders zu machen als wir es gelernt haben, und zwar sowohl individuell als auch in Gruppen. Du kannst diese beiden Ebenen nicht trennen, mehr denn je fließen sie ineinander. Deswegen muss man sich auch beide Ebenen anschauen, sonst fällt der Wandel schwer.
Spirituell ausgedrückt geht es um die Überwindung der Dualität und die Integration gegensätzlicher Pole. Oder um "Zorba und Buddha", um "Ying und Yang", um dich selbst und die Welt. Meditation und Innehalten sind daher sehr wichtige Teile unseres Trainings.

Was zeichnet in euren Augen einen guten Führungsstil aus?

Das hängt absolut von der Situation und den Leuten ab. So sollte zum Beispiel bei einer komplizierten Reparatur derjenige mit mehr Erfahrung und Wissen die Führung übernehmen, denn er hilft das Problem zu lösen und das ist dann gut für alle. Umso besser, wenn er es freundlich und nicht von oben herab erklärt. Solange dies also mit einer guten menschlichen Haltung geschieht, ist an der Art und Weise von top-down nichts verkehrt.
In einer total komplexen Situation allerdings, wo die Lösung völlig unbekannt ist, ist es gut, neugierig fragend auf Problemsuche zu gehen und unterschiedliche Sichtweisen zu berücksichtigen. Da ist Augenhöhe und nicht Hierarchie sinnvoller, weil es die Lösungsfindung erleichtert.
Oder ein drittes Beispiel: Wenn Chaos herrscht, wie nach einem Unglück, ist es hilfreich, wenn die Person entscheidet, die am meisten bei Sinnen ist und die Situation "halten" kann, und die anderen ihrer Entscheidung dann folgen. Da braucht es Leute, die vorweg gehen und durch schnelles Handeln eine Struktur und hoffentlich eine Verbesserung der Lage herbeiführen; und nicht lange versuchen, über Kommunikation die Lage abzuklären.
Wenn man es also zusammenfasst, dann ist ein guter Führungsstil erst einmal eine gute – weil hilfreich auf die Lösung bezogene – innere Haltung und dann eine der Situation angemessene Vorgehensweise.

Wie kann ich in komplexen und unsicheren Zeiten wie heute eine Organisation, Team, Business etc. leiten, wenn ich selbst den Weg nicht kenne?

Mit gesundem Menschenverstand und einem klaren Kopf.
Erst mal ist es gut zu erkennen, dass ich den Weg nicht kenne. Und dann ist es wie in Peking auf der Straße. Ich habe keine Ahnung, gestehe mir das ein und versuche dann, Menschen zu finden, die kompetent wirken, wenn ich sie um ihre Meinung und Einschätzung frage. Mit einer guten Intuition finde ich da einen Weg.
Und so ist es auch im Business. Wenn ich da nicht den Big-Mac spiele, sondern Experten und erfahrene Leute zu Rate ziehe bzw. mit denen gemeinsam vorgehe, dann kommt etwas Gutes dabei heraus. Und wenn es so unsicher ist, dass auch das nicht wirklich reicht, na dann – und spätestens dann, besser vorher – frage ich den Kunden bzw. die Leute, um die es am Ende geht. Sprich, ich hole mir schnell und regelmäßig Feedback ein oder involviere die Kunden bereits in der Entwicklungsphase. Das nennt man "prototyping" und "fast failing/fast learning".
In den Achtzigerjahren war das noch anders möglich. Du hast etwas gebaut und das verkauft und dadurch die Nachfrage erzeugt. Die Kunden hatten weniger Wahlmöglichkeiten. Heute in Zeiten des Internets ist das anders. Da musst du viel früher testen, ob das, was du anbietest, dem Kunden gefallen wird. Und auch hier siehst du, dass das hierarchische "I know better" nicht mehr wirklich sinnvoll ist. Niemand weiß es besser, wenn keiner den Weg kennt.
Führung bewegt sich in vielen Bereichen immer mehr weg von Hierarchie und Top-Down-Entscheidungen. Nicht überall natürlich, aber dort, wo es klug vor sich geht, wird Führung integrativer. Aber es ist noch ein weiter Weg, bis das Mainstream wird.

…

Das nächste Next Leadership Training beginnt in der UTA Akademie am 07.03.2019.
www.utaakademie.de

Der vollständige Text kann in der Printausgabe gelesen werden.



Keine Kommentare mehr möglich.