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Gemeinsam unterwegs

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Ein Zuhause

Vier Revolutionen und eine Hochzeit

Text: Dharmaraj

Ich lebe mit Chandrika zusammen – in der Osho Humaniversity in den Niederlanden, auf einer Düne, zehn Minuten entfernt von der Nordsee. Unser Garten wird mehr und mehr zu einem Heim für viele andere Besucher wie Katzen, Fische, Frösche, Reiher und neugierige Möwen.
Ein Zuhause ist etwas, wonach das Herz sich sehnt – ein Platz, wo du du selbst sein kannst und wo du dich wohlfühlst. Ich erinnere mich an die überwältigende Performance von Alvin Lee in Woodstock, als er sang: "Ich komme heim" – ein großartiges Gefühl! Selbst Nomadenstämme und herumziehende Tiere haben ihre vertrauten Pfade und Tränken. Von unserem Ferienhaus in Australien können wir Wale beobachten, wie sie jedes Jahr auf ihren uralten Routen unterwegs sind – zu ihren Ursprungsgewässern im Norden.
Mein Heimatgefühl brauchte Zeit, um sich zu entwickeln. Ich habe 23 von meinen 65 Jahren in der Humaniversity gelebt – die längste Zeit, die ich je an einem Ort verbracht habe. Davor hatte ich an die 25 unterschiedliche Adressen. Ich war eine rastlose Seele und es brauchte eine Menge lebensverändernder Ereignisse, bis ich heimkam.

Revolution 1

Revolution 1: ein neues Land. Als ich 13 war, zogen meine Eltern mit uns von England fort, um ein neues Zuhause in dem wundervollen Australien zu bauen. Ich dachte, es wäre ein Leichtes, in einem anderen englischsprachigen Land Fuß zu fassen, aber tatsächlich hatte ich größte Mühen, diesen australischen Akzent zu verstehen. Das war eine komplett andere Kultur in verschiedenster Hinsicht. Wir waren Einwanderer und nicht unbedingt willkommen – für mich eine Herausforderung, ich selbst zu bleiben, während ich dort Fuß fasste. Ich musste schleunigst Orstryliun lernen! Das Zuhause ist also nicht ein bestimmtes Land. Selbst heute noch habe ich keine bestimmte nationale Identität. Ich habe zwei Pässe und eine holländische Aufenthaltsgenehmigung.
Auch für meine Familie war es nicht einfach, denn es gab viele Probleme in unserem Haushalt zu klären. Jeden Tag, wenn ich aus der Schule nach Hause kam, war ich ängstlich, innerlich war mir unwohl, sowohl im Haus als auch draußen.

Der Yuppie-Trip

Ein Außenseiter zu sein, beeinflusste meine Suche nach einem Zuhause. An der Universität ging ich durch die üblichen Wohngemeinschaftsexperimente. Ich lebte mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten, kümmerte mich ums Einkaufen, Kochen, den Abwasch und ums Saubermachen nach dem Feiern. Freunde machen einen Unterschied, um sich in der Welt zu Hause zu fühlen, Freundinnen machen einen großen! Nach meinem Examen verliebte ich mich und gemeinsam versuchten wir, unseren Traum nach einem Zuhause zu realisieren. Könnte eine Beziehung ein Zuhause sein? Es war nicht übel, aber mein Traum war es nicht. Ich war durch meine Arbeit und eine andere Art von Zuhause abgelenkt – der Karriere und einem Platz in der Gesellschaft.
Als ich endlich Anerkennung gefunden hatte und Reichtum, war ich also "angekommen" und stellte etwas dar. Ich konnte mir sagen: Ich gehöre dazu, ich hab’s geschafft. Es war eine rasante Fahrt bis zum Höhepunkt meiner Achterbahn-Karriere. Ich erlebte den ganzen Yuppie-Trip, mit schönen Appartements, Autos und attraktiven Besitztümern. Selbst wenn ich noch nicht angekommen war, sagte mir doch mein Image, dass ich zumindest auf dem Weg war.
Dann kam die Suche nach meinem Traum zu einem Ende, aber auf meiner Weihnachtsbaumspitze war kein goldener Stern. Die Achterbahn ging nach unten, ich fühlte mich verloren, depressiv, verzweifelt.

Revolution 2

Die zweite Revolution: Therapie. Mein Arzt empfahl mir eine Psychotherapie. Ich hatte eine Menge übers Leben gelernt, aber über mich selber nicht viel. Je mehr Psychotherapiesitzungen ich hatte, umso mehr weitere Sitzungen musste ich machen. Schließlich stellte ich fest, dass der einzige Platz, wo ich mich Zuhause fühlte, die Intimität des Therapieraums war. Hier konnte ich mich entspannen und Dinge von mir erzählen, von denen niemand anders etwas wusste. Ich begann, mein inneres Zuhause zu betrachten, insbesondere meine Gefühlswelt. Jede Sitzung öffnete mir einen neuen Raum. Ich hatte mich mit meiner Partnerin identifiziert und war in deren inneren Raum eingezogen. Co-Dependency war kein wirkliches Zuhause..

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www.humaniversity.com

Der vollständige Text kann in der Printausgabe gelesen werden.



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