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Aufwachen und leben

Therapie kann den Weg für Meditation frei machen

Text: Anam

Ich kam damals wegen der Osho-Kommune nach Köln. Dort lebten Leute aus den unterschiedlichsten Ländern zusammen. Als ich in der Kommune lebte, wurde mir Meditation hat mit Aufwachen zu tun. Es ist das Aufwachen aus einem Leben, das auf Automatik gestellt ist, hin zu einem empfindsamen Lebensgefühl, das jede Erfahrung des Alltags neu und frisch aufnimmt. Meditation ist ein Zustand, in dem man offen, wach und aufmerksam für das ist, was gerade in diesem Moment geschieht: Unsere Aufmerksamkeit weitet sich auf eine urteils- und reaktionsfreie Weise, und zwar für unsere sinnlichen als auch geistigen und emotionalen Erfahrungen.
Psychotherapie hingegen zielt da­raufhin, das Wohlgefühl und die mentale Gesundheit des Einzelnen zu verbessern; sie soll Neurosen und störende Formen in Verhalten, Einstellungen, Gedanken und Emotionen lösen oder zumindest lindern und dadurch Beziehungen bzw. das soziale Verhalten verbessern.
Konventionelle Psychotherapeuten runzeln schnell die Stirn, sobald das Thema auf Meditation kommt; ebenso missbilligen spirituelle Lehrer die psychotherapeutische Arbeit und behaupten, Therapie sei unnötig auf dem Weg zur Selbsterforschung. Im Extremfall unterstellen sich beide Lager, die wirklichen Themen zu verleugnen und zu verdrängen.

Verschiedene Welten

Mit dem Hintergrund traditioneller, östlicher Gesellschaften fällt es vielen spirituellen Lehrern dort schwer, die entwicklungsgeschichtlichen Herausforderungen zu erkennen, mit denen sich ihre westlichen Schüler auseinandersetzen müssen. Sie können den Selbsthass, die Scham- und Schuldgefühle ihrer Schüler ebenso wenig verstehen wie deren Gefühle von Isolation und Minderwertigkeit. Auch vermögen sie nicht zu erkennen, dass ihre Schüler die Tendenz haben, sich in Ideen und Aktivitäten zu engagieren, die ihr wackliges Selbstgefühl abstützen sollen. So schmälern die Lehrer im Namen der Erleuchtung deren grundsätzliche Bedürfnisse, Gefühle und Entwicklungsschritte.
Häufig unterrichten sie ihre Schüler in Selbst-Transzendenz, obwohl diese erst mal eine Basis finden müssten, auf der sie stabil stehen können. Einen neutralen Standpunkt, von dem aus bestimmte Lebenshaltungen und -ansichten als wichtig und wirkungsvoll für einen unabhängigen Erwachsenen angesehen werden. Dieser Standpunkt verhindert, dass wir uns in alte Verhaltensweisen verstricken, die wir als Schutz gegen schmerzhafte Kindheitserinnerungen aufgebaut haben, und ist essenziell, um zu wachsen und gründlich zu erforschen, wer wir wirklich sind.

Auf der Erde ankommen

Sich zu erden ist ein Schlüsselfaktor in Oshos aktiven Meditationen. Westliche Therapiemethoden wirken intensiver, wenn ein sicherer Raum für Leute gegeben ist, in dem sie ihre existenziellen Bedürfnisse mitteilen und so aus ihrer Isolation herauskommen können. Es fällt leichter, in die Schattenwelt des Unbewussten einzutauchen, wenn man sich mit seinen Eigenschaften unterstützt und wertgeschätzt fühlt. Es hilft den Alltag besser in den Griff zu bekommen.
Oshos Therapeuten werden dahingehend ausgebildet, empathisch, wach und bewusst zu sein und nicht zu urteilen. Lässt man festzementierte Verhaltensweisen los, kann die freiwerdende Energie in Richtung Wohlgefühl und Leichtigkeit fließen. Das kommt sowohl der körperlichen als auch geistigen Gesundheit zugute.
Das englische Wort disease kann in die zwei Silben dis-ease – Un-Behagen getrennt werden. Es befällt Körper und Geist, wenn sich die Lebensenergie in Problemen verstrickt.

"Ich sage nicht, dass Medita­tion die Probleme des Lebens löst. Ich sage einfach, dass die Probleme verschwinden werden, wenn du in einem meditativen Zustand bist – nicht, dass sie gelöst werden. Es besteht kein Bedarf, ein Problem zu lösen. Überhaupt entsteht das Problem erst durch einen angespannten Verstand." Osho

Die Wurzeln unseres Leidens

Der menschliche Verstand wird ab der Geburt geprägt und ist ein Aufbewahrungslager verschiedenster Einflüsse; diese unterliegen nicht unserer Kontrolle, wenn wir auf die Welt kommen. Die Prägungen erzeugen Verhaltensweisen, Reaktionen und Glaubenssätze, an die wir uns halten, es sei denn, wir geraten in Konflikte und Krisen.
Um den Ursprüngen der menschlichen Konflikte nachzugehen, wurde die Psychotherapie entwickelt. Die Wurzeln unseres Leidens, so fand man inzwischen heraus, liegen in dem Gefühl der Isolation, des Getrenntseins. Die moderne westliche Kultur ist gezeichnet von sozialer Isolation, persönlicher Entfremdung und Mangel an Gemeinschaft sowie der Entfremdung von der Natur und dem Verlust des Heiligen im Zentrum unseres Lebens.
Das westliche Denken ist durchsetzt von inneren Abgrenzungen – zwischen dem Selbst und den anderen, zwischen Individuum und Gesellschaft, Geist und Natur, oder auch dem sich schuldig fühlenden Ego und dem verdammendem Super-Ego – all dies war den alten Kulturen, aus denen die meditativen Traditionen ursprünglich hervorgingen, unbekannt.

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anamunlimited@web.de
www.people-in-process.de

Der vollständige Text kann in der Printausgabe gelesen werden.



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