Einträge: Beiträge | Kommentare

Newsletter

Klartext

Kommentare deaktiviert für Klartext
Klartext

Dankbarkeit

Eine Liebeserklärung

Text: Raji

Wenn ich nach Dankbarkeit gefragt werde, kann ich klar sagen, ja, ich bin dankbar.
Was für ein schönes Gefühl und was für eine schöne Einsicht.
Wer sind wir überhaupt? Wir sind ins Leben gekommen und haben alles bekommen. Als Mensch geboren, fähig
 Farben zu sehen, zu lieben, spielen, zu essen, trinken, zu tanzen, singen, lachen, sprechen, Gedichte zu schreiben – all das ein riesiges, unendliches Geschenk. Dazu unsere Koexistenz mit der Natur, mit all den Tieren, den Blumen, Bäumen, Bergen und Bächen, den Ozeanen und den Wüsten.

Wer sind wir überhaupt?

Und fühlt es sich immer gut an? Nein, überhaupt nicht. Mit dem Geschenk des Lebens nehmen wir auch eine große Herausforderung an. Als Menschen reflektieren wir uns, reflektieren viel. Indem wir erwachsen werden, hinterfragen wir das Leben mehr und mehr, wir müssen Pflichten erfüllen, müssen mit einer gewissen Menge an Arbeit, Kompromissen, Zeit und Energie im Allgemeinen aufwarten.
Wir müssen bestimmten Pflichten nachgehen, wir müssen jemand werden, wir müssen etwas tun und dies und jenes darstellen. Bis wir eines Tages aufhören, unser Leben so zu lieben, wie es ist. Mit dem Wissen über die Geschichte und zeitgenössische Kriegsgebiete oder andere perverse Lebensstile, betrachten wir die Welt als einen elenden hoffnungslosen Ort. Die paradoxen Ereignisse auf der Erde und selbst der Versuch, diese zu ignorieren, macht uns krank.

Auf der Suche nach dem eigenen Kern

Deshalb ist es wichtig, eine Suche in unserem eigenen Kern zu starten. Offensichtlich gibt es kein Happy-ever-after. Können wir also innerlich Frieden finden? Ja, wir können Frieden in uns finden. Wachsam sein: Ein Gedanke, ein Gefühl können zum Frieden führen, ein Gedanke, ein Gefühl können den Frieden umstoßen.
Ist Frieden das richtige Wort? Vielmehr entscheide ich mich für das Wort Stille, es deutet auf das hin, was ich sagen möchte. In der Stille können wir subjektiv die Stille spüren, die uns umgibt und tief in uns liegt, und zwar gleichzeitig auf der Metaebene des Bewusstseins und im inneren Zentrum unseres Wesens. Wir können unser unermessliches Bewusstsein erkennen, unsere Teilhabe am unendlichen Spiel des kosmischen Lebens. Obwohl wir uns bodenständig fühlen oder schwer oder leicht, frisch oder erschöpft, jung oder alt, voller Schmerz oder erleichtert, hier ist immer auch diese andere Ebene, dieser andere Gesichtspunkt, wo wir als einzelne Wesen so riesig wie die Galaxien sind und uns darin entspannen können. Und mehr und mehr können wir uns auch als Mensch entspannen.

Zwischen Himmel und Hölle

Es gibt so viel Dankbarkeit, dass ich lebe – ja, dass ich noch lebe. Wie oft habe ich mich verzweifelt nach dem Tod gesehnt und später diese Erleichterung, diese Dankbarkeit empfunden, dass ich nicht gestorben bin. Dass die Sonne wieder auf mich scheint.
Als ich ein Kind und Teenager war und auch darüber hinaus, hatte ich ein sehr sonniges Gemüt, war Klassenclown und Partynudel und hatte unzählige Freunde. Aber die schweren Zeiten kamen immer wieder. So habe ich meist zwischen Himmel und Hölle gelebt. Jetzt freue ich mich jeden Morgen darüber, dass ich immer noch hier in meinem Körper und meiner Seele bin.
Viele Menschen haben mir gezeigt, wie man ein gutes Leben führt, wie es ist, Dankbarkeit zu fühlen und auszudrücken, ob in meiner Familie, unter meinen Freunden, an Schulen und Universitäten und besonders in meiner Sangha im Osho Buddhafeld Köln. Ich danke euch allen von ganzem Herzen!

Hat der Mensch Gott erfunden?

Osho, Meister, Begleiter in der Ferne, sagte einmal: „Wenn du alle Momente mit der tiefsten Dankbarkeit akzeptierst, kann nichts jemals schiefgehen.“
Hat der Mensch Gott erfunden? Ich denke schon, aber auch dafür bin ich dankbar. Der Versuch zu definieren, was wir sind und woher wir kommen, ist so alt wie der menschliche Geist, wie unsere Gefühle und unser Bewusstsein. Und es ist notwendig, all die Bedrohungen zu überstehen, die überall auf unseren Wegen auftreten. So wichtig Ängste einerseits sind: Der Mensch darf nicht kapitulieren – er braucht Ermutigung; nennen wir es Gott, Existenz, Schicksal.
Die traditionellen Religionen wurden zu Zeiten geboren, als niemand in der Lage war, sich der Tatsache zu stellen, dass alle überlieferten Mythen Fiktion sind.
Die Realität ist, dass hier etwas unendlich Großes vor sich geht, an dem wir teilnehmen. Wir haben es nicht gemacht, und es geht ohne uns weiter …
Mögen alle Lebewesen dankbar leben!

mail | susanneatorf@netcologne.de

 

Der vollständige Text kann in der Printausgabe gelesen werden.

Keine Kommentare mehr möglich.