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Neues wagen

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Neues wagen

Eine Zukunft für die Osho Times

Ramateertha über das Leben in einem lebendigen Buddhafeld und die Veränderungen im Osho Times Format

Interview: Ishu

Osho Times: Beginnend mit dieser Ausgabe haben wir in der Osho Times viele Veränderungen eingeleitet. Sie zielen vor allem darauf ab, dass wir noch mehr als bisher unsere Verbindung mit dem Buddhafeld hier und anderswo herausstellen und mit Leben füllen wollen. Du hast diese Veränderung mit angestoßen, was war dein Motiv?

Ramateertha: Ich habe mich der Osho Times immer sehr verbunden gefühlt und deswegen ist es mir ein großes Anliegen, dass sie eine Zukunft hat. Da gab es bei uns allen eine Unzufriedenheit: Einerseits produzieren wir eine Zeitung, die einen sehr wichtigen Inhalt hat, andererseits mussten wir dann aber sehen, dass die Abozahlen rückläufig waren. Wir standen also vor der Entscheidung, ob wir überhaupt weitermachen können.
Zunehmend hatten wir das Gefühl, nicht wirklich neue Leser erreichen zu können. Auch wenn wir heute jungen Leuten Meditation erklären oder beibringen wollen, müssen wir neue Formen finden. Die Menschen haben heute eine andere, meist wesentlich kürzere Aufmerksamkeitsspanne als früher – durch Smartphone und digitale Medien hat sich viel verändert.
Bezogen auf die Osho Times haben wir uns gefragt, inwieweit etwa der lange Osho Diskurs heute noch die Leser ansprechen kann. Natürlich sind das großartige Diskurse, aber um sie wirklich aufnehmen zu können, bedarf es einer bestimmten Haltung. Die Diskurse waren nie dazu da – wie etwa bei einer Vorlesung in der Uni – bestimmte Inhalte abzuliefern. Ursprünglich dienten sie einem ganz anderen Zweck: Sie sollten die Zuhörer in einen Zustand versetzen, wo der Kopf so beschäftigt ist, dass man für einen Moment seine übliche Tretmühle verlassen und sich auf sich selbst einlassen konnte. Die Weise, wie Osho sprach, hatte einen hypnotischen Charakter. Es war eine Art Gegen-Hypnose zu der Welt da draußen, die auf uns alle einströmt und uns in Beschlag nimmt. Nur kannst du das mit einem abgedruckten Diskurs auf diese Weise nicht mehr erreichen. Wenn ich mich dann hier im Umfeld umhörte, sagten mir die meisten, dass sie die Diskurse so gut wie nie lesen. Warum sollen wir dann also daran festhalten? Wir wollen die Zeitung ja so gestalten, dass sie Leute anzieht und sie Lust haben, sich darauf einzulassen.

Du meinst also, dass wir unsere Leser durch kurze Statements von Osho besser erreichen können?

Ja, wir sehen das etwa beim Satsang, den wir hier im UTA jeden Sonntag haben. Dort sitzen immer 100 bis 150 Leute in Stille zusammen. Die Form dieser Meditation ist denkbar einfach: ­Musik, Stille, ein kurzes Zitat von Osho, Stille und Musik. Parijat, der dort die Musik macht, hat auch die Gabe, Zitate auszuwählen, die wirklich den Moment treffen. Du sitzt da und dann kommt manchmal ein Satz, der dich bis ins Mark trifft. Du bist auf dich selbst zurückgeworfen und fängst an, dich mit dem, was Osho da sagt, zu beschäftigen. Ob du zustimmst oder nicht, ist egal, aber du spürst: Das hat etwas mit mir zu tun.
Ich denke, das ist der Grund, dass so viele dort jeden Sonntag kommen, auch wenn sie ansonsten nichts mit den Gruppen hier im Haus zu tun haben. Sie lieben die Stille und den Moment, auf sich selbst zurückzufallen. Und das ist in diesem Feld einfacher, als wenn du dich allein bei dir zu Hause hinsetzt. Diesen Moment der Inspiration wollen wir auch in die Osho Times transportieren. Wir hoffen so, dass wir auf neue Weise einen lebendigen Austausch mit den Lesern herstellen können.

Wenn die Zeitung auf diese Weise direkter an das Buddhafeld hier angebunden sein wird, bedeutet das auch, dass sie mehr auf Köln gerichtet sein wird?

Nein, überhaupt nicht. Natürlich haben wir hier in Köln ein dichteres Feld als an anderen Orten. Aber natürlich gibt es auch andere Plätze, wo lebendige Felder entstanden sind, weil dort Sannyasins zusammenleben. Zum Beispiel in der Humaniversity, in Miasto, Risk, in Bayron Bay und an vielen anderen Orten. Letztlich ist auch das Worldwide Web ein großes Feld. Auch dort finden wir mittlerweile viele Angebote, wo sich Meditierende austauschen können. Wir leben nun einmal in einer digitalisierten Welt, wo sich bestimmte Strukturen völlig verändert haben. Es gab da ja auch einen großen Freiheitsmoment, der sich durch das Web ausdrücken konnte, wie wir zum Beispiel im Arabischen Frühling gesehen haben. Die Mächtigen dieser Erde haben diese Gefahr natürlich erkannt und sind aufs Heftigste damit beschäftigt, Kontrolle über das Netz zu erlangen. Das sehen wir zum Beispiel in China, wo zigtausende Leute damit beschäftigt sind, alles, was im Netz geschieht, genauestens zu überwachen und Zensur auszuüben.

Auch wenn das Internet enormen Zulauf hat, so wächst doch das Bedürfnis nach realer Begegnung – gerade bei jungen Menschen. Siehst du darin einen Grund, dass Orte wie das UTA auch viele jüngere Menschen anziehen?

Auf jeden Fall! Die virtuelle Welt fasst dich nicht an – sie ist körperlos. Zwar kann sie dir helfen, Kontakte zu knüpfen, aber letztlich lebst du in deinem Computer und damit im Kopf. Es gibt ein tiefes Bedürfnis nach Kontakt und Bindung. Und genau darum geht es auch in einem Buddhafeld. Das Feld, das zum Beispiel hier um das UTA, Osho’s ­Place, Meditation and More und die Osho Times entstanden ist, bietet zahlreiche Möglichkeiten der realen Begegnung. Natürlich hat Osho’s Place auch eine Website, die über den Menüplan dort informiert, aber essen tun die Leute dann eben real vor Ort. Es gibt hier also ein Feld, wo Menschen sich begegnen, wo sie meditieren und für sich nach Sinn suchen können. Sich die Frage stellen können: Wozu bin ich hier? Und wo sie sich mit anderen austauschen und Kontakte knüpfen können. Dadurch entsteht eine bestimmte Schwingung, die tatsächlich erfahrbar ist. Die zieht Leute an. Diese Lebendigkeit wollen wir noch mehr als bisher auch in der Osho Times verankern. Deswegen hatten wir zunächst die Idee, als Untertitel "Das Buddhafeld Magazin" zu nehmen. Da aber viele mit dem Wort "Buddhafeld" nicht wirklich etwas anfangen können, haben wir uns für den Untertitel "Meditation und mehr" entschieden. Das "Mehr" steht für das Feld, das aus dem Austausch entstehen kann.

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ramateertha@netcologne.de
www.oshouta.de

Der vollständige Text kann in der Printausgabe gelesen werden.



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