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Osho-Diskurs

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Osho-Diskurs

Der neue Mensch stellt sich dem Nichts

Fragen an Osho

Du hast gesagt, dass du der Anfang bist, dass der Anfang geheimnisvoll ist und dass es Jahrtausende dauern mag, bevor sich ­erweist, was geboren wurde. Sag uns bitte Näheres darüber: Was für Möglichkeiten hat die Menschheit in diesem Moment, da ein alter Kreislauf endet und ein neuer anfängt?

Der Anfang ist natürlich geheimnisvoll; schließlich kann man nur sehen, wie ein Saatkorn zu sprießen beginnt, nicht aber, wie es dann weitergeht – ob der Spross zu einem mächtigen Baum wird, mit großem Laubdach, tausenden Blüten und Früchten. Das liegt noch in der Zukunft.
Man kann sich nur hinterher erinnern, dass am Anfang nur zwei winzige Blättchen, ein Spross da war, und jetzt sieht man einen riesig großen Baum. Manche Bäume werden fünftausend Jahre alt, aber am Anfang ist von all diesen Möglichkeiten noch nichts zu sehen. Man kann alles nur im Rückblick verstehen.
Der alte Mensch hat ein paar Züge, die der Neue Mensch nicht mehr haben wird. Der alte Mensch war an eine Herde gebunden, lauter verschiedene Herden – religiöse Herden, politische Herden – und konnte gar nicht genug Herden angehören. Er erfand Rotary Clubs, Lions Clubs, nur um so vielen Herden wie möglich anzugehören; denn allein war er nichts. Je mehr Herden man angehörte, desto mehr hatte man das Gefühl zu existieren. Eines der Hauptmerkmale des alten Menschen war der, Herden anzugehören. Der Neue Mensch wird am genauen Gegenteil zu erkennen sein: Er wird allein sein.
Er wird keiner Herde angehören mögen – keiner Familie, keiner Gesellschaft, keiner Kirche, keinem Staat, keiner Rasse. Er wird es hassen, einer Herde anzugehören; er wird auf eigenen Füßen stehen, ganz allein sein wollen. Da er weiß, wer er ist, braucht er sich von keiner Herde eine Maske überstülpen zu lassen.
Der alte Mensch hat sich immer an der Vergangenheit orientiert. Seine Helden stammten alle aus der Vergangenheit; all seine Heiligen kamen aus der Vergangenheit, all seine heiligen Schriften entstammten der Vergangenheit. Der alte Mensch wurde von den Toten bestimmt.
Der Neue Mensch wird nicht zurückschauen. Er wird nach vorn schauen, er wird der unermesslichen Leere der Zukunft gewachsen sein.
Der alte Mensch hatte große Angst davor, nach vorn zu sehen, weil dort einfach nur Leere ist, das Nichts; für ihn gibt es nur die Vergangenheit. Der alte Mensch war sehr auf Geschichte bedacht.
Der Neue Mensch wird mutiger sein, um in die Zukunft zu blicken, sich dem Nichts zu stellen, weil er keine Angst davor hat. Wer einigermaßen in sich ruht, mit beiden Beinen auf der Erde steht, in seinem Sein gefestigt ist, kann sich völlig unbesorgt und friedlich dem Nichts stellen. Er wird in der Gegenwart leben – denn man kann weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft, sondern nur in der Gegenwart leben.
Der frühere Mensch, der alte Mensch, hat überhaupt nicht gelebt. Er hat nur so getan, als ob er lebe, ohne aber jemals zu leben; denn sein Geist war nie in der Gegenwart.
Der Neue Mensch wird besser im Gegenwärtigen verwurzelt sein, unbelastet von der Vergangenheit, offener für die Zukunft, für das Abenteuer des Neuen. Er wird sich einzig und allein dafür begeistern, das Neue zu entdecken, statt das Alte zu wiederholen … ununterbrochen etwas Neues zu entdecken, etwas Neues zu kreieren, etwas Neues zu sein.
Der Neue Mensch wird also immerzu offen, stets ein Abenteurer sein. Und da er sich nicht mit dem Alten abgibt, werden alle vergangenen Unterscheidungsmerkmale vergessen sein – ob hinduistisch oder christlich, schwarz oder weiß, Mann oder Frau. Es wird keine Bewertungen mehr geben, niemand wird über oder unter einem anderen stehen. Er wird menschlicher sein als der alte je war.
Der alte Mensch war animalischer, weniger menschlich. Der Neue Mensch wird menschlicher sein, weniger animalisch, und die Besten unter ihnen werden keine Spur von Animalität mehr in sich haben. Anders gesagt: Ihr Leben wird voller Vertrauen sein, voller Liebe, voller Mitgefühl, voller Dankbarkeit und unzähligen Eigenschaften, die der alte Mensch wohl gepredigt hat, ohne sich aber je dran zu halten.
Der Neue Mensch wird diese Werte nicht predigen, sondern sich an sie halten. Er wird sie einfach leben.
Der alte Mensch hat völlig zersplittert gelebt – in Nationen, Rassen, Religionen. Der Neue Mensch wird ein ungeteiltes Menschsein leben, das aus all diesen Quellen besteht – in eins gegossen. Und das wird ihm ermöglichen, das Universum zu erforschen.
Wir haben das Zeug dazu, aber unsere gesamte Energie geht damit drauf, einander zu bekämpfen – auf diesem unseren winzigen Planeten Erde! Wir haben dieses unendliche Universum um uns herum nicht erforscht, was eine enorme Herausforderung ist. Und indem er es erforscht, wird der Neue Mensch Dinge erkennen, die sich der alte Mensch noch nicht einmal vorstellen konnte.
Zum Beispiel dass, wenn die ganze Erde eins ist, Kriege überhaupt nicht in Frage kommen. Und wenn all die Energie, die wir bisher mit Kriegen vergeudet haben, für kreative Aufgaben zur Verfügung steht – und das ist eine so unermessliche Energie, mit der der Mensch das gesamte Universum erforschen kann.
Es besteht die Möglichkeit … Den Wissenschaftlern zufolge existiert auf mindestens fünfzig Planeten Leben. Nun, was für tote und stumpfsinnige Menschen haben bisher auf der Erde gelebt, dass sie es nicht einmal geschafft haben, mit anderen Lebewesen im Universum in Kontakt zu kommen? Es ist unser Universum, aber für uns ist noch nicht einmal diese Erde die unsere – nur kleine Fragmente davon. Und so gibt es viel Verborgenes, das nur darauf wartet, aufgedeckt zu werden, und darauf, dass der Neue Mensch endlich auf Entdeckungsreise geht…
Wenn wir uns zum Beispiel mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen können – und ich halte das durchaus nicht für ausgeschlossen. Warum sollte der Mensch, wenn Licht eine bestimmte Geschwindigkeit hat, nicht Mittel und Wege finden können, sich mit derselben Geschwindigkeit fortzubewegen – die das Höchstmaß von Geschwindigkeit ist?

…

Der vollständige Text kann in der Printausgabe gelesen werden.

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