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Osho-Diskurs

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Osho-Diskurs

Das Schöne zeigt sich nur in aller Unschuld

Fragen an Osho

Osho, kannst du mir bitte dein Auto geben?

Die Frage kommt von Hans Conrad Zander. Er ist ein deutscher Reporter für das berühmte Stern-Magazin. Kommt aus Deutschland und bittet um einen gewöhnlichen Mercedes-Benz? Das ist wie Eulen nach Athen tragen. Und sonst hat er keine Fragen. Kommt aus Deutschland, von so weit weg, im Namen eines sehr berühmten angesehenen Blatts, mit nichts auf dem Herzen als dieser Frage? Das verrät eine Menge!
Bevor er Journalist wurde, war Hans Conrad Zander ein Mönch. Diese Unterdrückung muss nach wie vor da sein. Er will nichts von Gott oder Meditation oder Liebe wissen, sondern hätte gern ein Auto. Der Mönch ist noch nicht erledigt. Dies ist das Hässliche am Mönchtum: Du zwingst dich mit Gewalt zu gewissen Dingen. Deine Armut ist auferlegt. Du bist nicht arm aus frohem Herzen, sondern du leidest darunter.
Die Mönche sind arm geworden, weil sie habgierig sind, weil sie sich damit eines Tages die Freuden des Paradieses erkaufen wollen. Und sie haben sich ausgerechnet, dass dieses Leben kurz ist … und vor allem als Christ hat man nur ein einziges Leben, nur ein kurzes Leben – und wenn man alt genug ist, um sich Gedanken ums Leben zu machen, ist es zur Hälfte vorbei … also geht es nur um ein paar Jahre, und danach kommen die ewigen Freuden, für immer und ewig.
Wenn Hans in den Himmel kommt, wird er als Erstes um einen Mercedes-Benz bitten! Kommt zu mir und stellt so eine dumme Frage…
Hans, er gehört dir, du kannst ihn auf der Stelle mitnehmen. Nur eines muss ich dir sagen, bevor du ihn mitnimmst: Er gehört mir gar nicht. Du könntest legale Probleme kriegen. Ich für meine Person bin völlig damit einverstanden; du kannst ihn gern mitnehmen.
Nichts gehört mir. Ich habe nicht einen Pfennig dabei, kein Bankkonto. Schau her, ich habe nicht einmal Taschen; denn ich habe nichts, was ich reinstecken kann!
Du kannst ihn mitnehmen. Du könntest mich genausogut fragen: "Darf ich den Mond mitnehmen?" Ich würde sagen: "Selbstverständlich kannst du ihn mitnehmen. Ich habe nichts
dagegen. Du kannst den Mond gerne mitnehmen."

Zwei Hippies sollen einmal unter einem Baum gesessen haben … sie schwebten über allen Wolken, völlig bekifft. Es war Vollmondnacht, und einer der beiden Hippies sah den Mond an und sagte: "Ich möchte ihn kaufen, egal wie viel er kostet. Ich bin bereit jeden Preis dafür zu zahlen." Der andere sagte: "Vergiss es! Ich verkaufe ihn nämlich nicht!"

Genauso absurd wäre es, wenn ich zu dir sage, dass du ihn mitnehmen kannst, da er mir ja gar nicht gehört. Nichts gehört mir. Alles, was du hier siehst, gehört dieser Sannyasin-Kommune; ich bin nur ein Gast. Ich bin meinen Sannyasins dankbar, dass sie sich um mich kümmern. Ansonsten gehört mir nichts. Sie können jederzeit "Tschüss" sagen, und dann muss ich gehen.
Aber es verrät viel über deine Art zu denken … was dir so alles durch den Kopf geht.

Die alte Dame trank keinen Tropfen Alkohol und nahm zu jeder Mahlzeit nur ein Glas Milch zu sich. Einmal jedoch goss ihr bei der Hochzeit einer Freundin ein Spaßvogel hinter ihrem Rücken einen Schuss Gin in ihre Milch.
Sie trank einen Schluck, ließ ihn sich auf der Zunge zergehen, trank noch einen … und leerte am Ende das Glas. Und mit freudig strahlendem Gesicht rief sie: "Was für eine Kuh! Was für eine Kuh!"

Genauso ergeht es jetzt dir: "Was für ein Auto! Was für ein Auto!" Das ist abstoßend. Das ist deswegen abstoßend, weil sich so eine Gesinnung niemals wohlfühlt, niemals entspannt, niemals die Freuden der Existenz kennenlernen kann. So eine Gesinnung lernt nur das Elend kennen. Je mehr man sich nach etwas sehnt, desto elender ist einem zumute.
Und das Sehnen nimmt kein Ende. Du kannst sämtliche Spielereien haben, die dir die moderne Technik anbietet, und doch immer mehr im Elend versinken, weil mit jedem Tag mehr davon zu haben ist. Und selbst wenn dir die ganze Welt gehört, wirst du immer noch unglücklich sein, da die Gier nach immer mehr einfach unstillbar ist: Wenn dir die Erde gehört, wird sie dir etwas vom All erzählen – wie kommst du an den Mond ran, an ein Grundstück da oben…

Ein japanischer Reiseagent verkauft Tickets zum Mond, und der Flug ist bereits ausgebucht. Der Abflug ist am ersten Januar 1985: Beeil dich! Sie verlangen astronomische Preise für die Tickets, und die werden schon auf dem Schwarzmarkt verkauft. Der Werbung zufolge ist das der erste Flug; jeder ist eingeladen.
Wundert euch nicht, wenn über kurz oder lang auf dem Mond Bungalows gebaut werden, und dann werden alle leiden, die keinen Bungalow auf dem Mond haben.
Die Leute, von dieser ewigen, endlosen Besessenheit vom "Mehr" geblendet, werden alles Mögliche anstellen. Sie werden sogar Mönche…
So wie Hans. Er muss Mönch geworden sein, um all dieser Habsucht zu entrinnen – nur wird man die nicht los, indem man Mönch wird. Irgendwann muss er es dann satt gehabt haben, also hat er seine Mönchskutte an den Nagel gehängt und ist wieder in die Welt zurückgegangen. Aber dies wird nichts bringen – so fällt man nur von einem Extrem ins andere. Man muss der Sache auf den Grund gehen, statt vom einen Extrem ins andere zu gehen.

…

Der vollständige Text kann in der Printausgabe gelesen werden.

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