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Osho Diskurs

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Osho Diskurs

Die einzige Hoffnung für den neuen Menschen: ein Kreislauf von bewusster Energie

Fragen an Osho

Du hast gesagt, deine Sannyasin lebten ihr eigenes Leben in Freiheit. Trifft das nicht auf jeden zu? Was ist der Unterschied, der jemanden zu einem Sannyasin macht? Etwa Meditation?

Es gibt viele Dinge, die einen zum Sannyasin machen. Zum Beispiel eine tiefe Frustration mit dem Leben, so wie man es gemeinhin führen muss; das Gefühl, dass alles, was man tut, bedeutungslos ist; eine Verzweiflung, dass man nicht einmal weiß, wer man ist … eine tiefe Seelenqual, dass "mir das Leben durch die Finger rinnt und jederzeit der Tod kommen kann und ich noch nicht einmal zu meiner Reise aufgebrochen bin".

All dies gehört zum ersten Kreis der notwendigen Verfassung, die einen veranlasst, nach jemandem zu forschen und zu suchen, der offenbar ein ganz anderes Leben führt, wohl weil er eine Bedeutung gefunden hat, die Oase erreicht hat. Während du in der Wüste lebst, mag jemand auf die Quellen des Lebenswassers gestoßen sein. Und wer die Augen aufmacht, wird zwangsläufig jemanden finden. Und mit irgendeiner intellektuellen Überzeugung hat das nichts zu tun. Kaum ist man so jemandem begegnet, besteht da schon eine sofortige Verbundenheit. Man weiß es einfach, ohne es erklären zu können, aber man weiß, man hat den Richtigen gefunden. Das liegt nicht am Kopf, sonst könnte man Gründe angeben. Es kommt aus dem Herzen, fast so, als hätte man sich verliebt.
Sobald du jemanden gefunden hast, von dem du das Gefühl hast, dass er angekommen ist – nenn es wie du willst: der erleuchtet ist, erwacht ist, offenbar keinerlei Probleme mehr hat, keine Ängste, keine Seelenqual, keine Langeweile – jeder seiner Atemzüge ist voller Freude … einer, der ununterbrochen jubelt!

Dieser Einklang weckt dein Interesse und führt zu der Frage, wie so etwas möglich ist: etwa aufgrund von Meditation oder der Reise zu sich selbst, der Suche nach Bedeutung, nach Wahrheit? Wie man’s nennt, spielt keine Rolle. Diese Begegnung ist hoch bedeutsam, sie zündet etwas in dir … da regt sich plötzlich etwas, das in dir geschlummert hat. Die Präsenz dieses Mannes genügt; sie ist ein Katalysator, und so beginnst du mit ihm in neue Dimensionen des Seins zu fliegen.

Ich war allein aufgebrochen und dann gesellten sich mir mehr und mehr Leute zu und meine Karawane wurde ständig größer. Nun wird alles vollkommen anders, weil ihr nunmehr keine Zombies mehr seid. Die ganze Welt wimmelt von Zombies, schlafenden Leuten, Schlafwandlern. Jetzt ist etwas in euch erwacht und dies Etwas genügt. Es ist ein Saatkorn, das wachsen wird. Es wird aufblühen und Früchte tragen.
Und wenn sich so viele Menschen um einen solchen Mann scharen, entsteht natürlich eine Kommune. All dies geschieht unbeabsichtigt. Ich hatte nie an eine Kommune gedacht. Ich hatte noch nicht einmal vorgehabt, irgendwen irgendetwas zu lehren. Ich war erfüllt und glücklich. Aber es ist unvermeidbar – so etwas wie eine Magnetkraft zieht Seelenverwandte in deine Nähe. Und bald wird es zu einem riesigen Ozean anschwellen.

Dann wird die Arbeit ganz leicht werden; denn all diese Leute befinden sich an verschiedenen Punkten der Reise und sie fangen an, einander zu helfen. Sie beginnen, sich an meiner Arbeit zu beteiligen und nehmen mir viel Arbeit ab. Sie beginnen, einander unter die Arme zu greifen. Die Kommune wird fast zu so etwas wie viele Körper mit nur einer Seele. Das Wachstum eines jeden fördert irgendwie auch dein eigenes Wachstum. Jedermanns Erleuchtung verhilft jedem anderen zur Erleuchtung. Es ist eine Art von unsichtbarem Energie-Pool.

Darum sind Communitys ungeheuer wichtig; andernfalls ist es äußerst schwer: Wie kann ich Millionen von Menschen helfen? Und heutzutage braucht die Welt mehr und mehr Communitys. Die Leute können herkommen, einen kleinen Geschmack davon gewinnen, worum es hier geht, und wieder in ihre eigene Kommune zurückkehren und den Duft verbreiten. Somit ist dieser Ort bereits zur Welthauptstadt sämtlicher Mystiker, sämtlicher Wahrheitssucher geworden.

Als ich erklärte, dass dies keine Religion, keine Organisation ist, hatte ich viele Gründe dafür: Denn ich möchte, dass es eine ausgesprochen flüssige, frei fließende Energie bleibt, die sich nicht verfestigt und verhärtet wie ein Fels, sondern ist wie eine Brise. Wir können anfangen, rund um die Welt entsprechende Impulse zu geben, und all unsere Communitys können sowohl zu Empfängern wie Sendern werden.

Wenn es uns gelingt, auf der Erde einen Kreislauf von bewusster Energie zu erzeugen, ist dies die einzige Hoffnung für die Welt, für den neuen Menschen. Andernfalls werden wir noch in diesem Jahrhundert Zeuge vom Ende allen Lebens auf dieser Erde werden. Doch wir nehmen die Herausforderung an und ich glaube nicht, dass der Tod mehr Macht hat als das Leben, dass der Hass mehr Macht hat als die Liebe, dass Kernwaffen mehr Macht haben als mystische Erfahrungen. Wir müssen den Beweis dafür liefern. Und ich bin mir sicher, dass wir fähig sind, ihn zu liefern.

Aus: The Last Testament

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