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Auf der Suche nach dem stillen Raum

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Fotografien von Sagar

OshoTimes 05/2011

"Licht, Schatten und Form haben mich schon immer fasziniert, solange ich denken kann. Als ich Kind war, hatte mein Vater dieses alte Schulhaus gemietet, das er als Werkstatt und Lager für seine Möbel nutzte. Ich verbrachte viel Zeit damit, den Handwerkern zuzuschauen, wie sie das rohe Holz in wunderschöne Dinge verwandelten; und ich beobachtete das Licht, das in breiten Streifen durch die hohen Fenster in den dämmrigen Raum fiel. Und immer wieder tauchte diese eine Frage auf: ,Warum bin ich hier, was ist der Grund meines Lebens?’"

Sagar Upadhyay (34), geboren und aufgewachsen im indischen Ahmednagar/Maharashtra, lebt und arbeitet seit acht Jahren in Pune. Er ist Autodidakt und nähert sich seinen Themen intuitiv und auf meditative Weise. Für ihn ist die Existenz weiblich; alles ist immer im Fluss, ständig im Wandel; bewegt und bewegend … Licht und Schatten, der Wind in den Blättern, die Wolken, das Wasser, die Menschen, das Leben an sich…

"Schönheit fasziniert mich, zieht mich unwiderstehlich an. Ich fühle mich von ihr umhüllt, so als säße ich in einer Blüte, die am Abend ihre Blätter um mich schließt. Die Lebendigkeit und Einzigartigkeit eines jeden Menschen; die Art, wie jemand sitzt oder steht, wie er eine Zeitung hält oder eine Zigarette; Augen, Lippen, Haar – all dies ist sehr persönlich und voller Geschichten."

Der Atem des Lebens ist für Sagar überall und in allem spürbar: in Mensch und Tier, in Pflanzen und Steinen, und in den Dingen, die unseren Alltag teilen. Seine Lieblingsthemen sind Frauen, Stühle und alte Häuser.

Osho ist seit vielen Jahren eine Inspiration für ihn, für sein Leben und seine Arbeit: "Die Totalität des Meisters ermutigt mich immer wieder weiterzugehen, nicht stehen zu bleiben auf dem Weg zu mir selbst; zu geben, zu teilen und weiter meine visuellen Gedichte zu schreiben. Osho hat für mich so viele Quellen geöffnet und erinnert mich daran, jeden Tag, jeden Augenblick neu zu erleben, präsent zu sein. Für mich ist es eine sehr persönliche Suche in die Tiefe dessen, was immer da war, immer da sein wird, immer IST, auch jetzt, während ich dies schreibe."

Sagar nähert sich dem Menschen oder dem Objekt vor seiner Kamera absichtslos, einzig auf der Suche nach dem stillen Raum. "Was mir dabei hilft ist meine Bewunderung für das, was ich vor mir sehe. Wenn ich mit meinem ganzen Wesen durch den Sucher schaue, dann kommt dieser Moment vor dem ,Klick‘; in diesem Augenblick fließt etwas zwischen meinem Gegenüber und mir, und es entsteht eine tiefe Stille, eine Ganzheit. Dies kann nie mit Absicht wiederholt werden, noch mache ich den Versuch dazu. ES ist da, wenn ich DA bin, präsent bin, wenn ich mich dem Augenblick hingebe, einfach nur antworte."

Dann fließt er mühelos, der Fluss des Lebens, in seiner ganzen Schönheit.

kabirupadhyay@gmail.com

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